Nach dem Rücktritt des Bahnchefs Mehdorn erheben sich auch Fragen zu Stuttgart 21

Sehr interessante Artikel zu diesem Thema hat Steffen in seinem Blog diefechis/stuttgart-21 geschrieben.

Fotos, Klaus

8 Responses to “Nach dem Rücktritt des Bahnchefs Mehdorn erheben sich auch Fragen zu Stuttgart 21”

  1. Thomas Rudolph sagt:

    Der Rücktritt von Mehdorn betrifft Stuttgart21 in keinster Weise. Die Verträge wurden nicht mit Mehdorn sondern mit der Deutschen Bahn AG geschlossen. Es ist Ihr Projekt zu dem sie sich verpflichtet hat.
    Es ist übrigens sehr schade das Mehdorn zurückgetreten ist. Er war ein für die Bahn sehr erfolgreicher Manager. Er hat aus einem ehemals marodem Staatsbetrieb, in den der Steuerzahler immer Geld stecken musste, ein profitables Unternehmen gemacht, das seines Gleichen sucht.
    Wir werden alle noch merken, daß es ein Fehler war,
    diesen aufrichtigen, sturen und erfolgreichen Mann in die Wüste zu schicken.
    Im Gegensatz zu den Nieten in Nadelstreifen (Banker) hat er in den letzen Jahren aus einem Sanierungsfall, ein Erfolgsunternehmen gemacht.
    Sein Nachfolger wird Schwierigkeiten haben, diesen Erfolg zu toppen.

  2. BigB sagt:

    Ein Manager, der zuläßt, daß ein elementares Grundrecht missachtet wird, verdient ebenso das Prädikat „Niete in Nadelstreifen“.

    Wenn man die Stillegung von 5000 km Bahnstrecke, die zahlreichen derzeitigen Mängelstellen (Der Bundesrechnungshof spricht von 2300 Langsamfahrstellen in diesem Zusammenhang), und den massiven Abbau von Arbeitsstellen seit 1994 als Grundlage für seinen Erfolg ansieht, dann steht diesem der Misserfolg „Demontage des Wirtschafts-Standortes Deutschlands“ entgegen.

    Letztlich fällt mir zu Mehdorn nur ein Zitat des polnischen Satirikers Wieslaw Brudzinski ein:

    Aschenhaufen haben es gern, wenn man sie für erloschene Vulkane hält.

  3. Steffen sagt:

    Hallo zusammen,
    die Artikel auf unserer Seite sollten nicht das Projekt S21 in Frage stellen und auch nicht bewerten oder gar entscheiden, ob der Rücktritt von Hartmut Mehdorn eine Auswirkung auf das Gesamtprojekt hat. Natürlich hat nicht Herr Mehdorn selbst die Verträge unterzeichnet sondern er tat dies im Auftrag der Deutschen Bahn.
    Es ging uns vielmehr darum, dass die seit inzwischen 15 Jahren öffentlich währende Diskussion für oder gegen S21 weiterhin kein Ende nehmen wird und nun jede Interessengruppe „Morgenluft wittert“, um nun die eigenen Ansichten und Interessen durchsetzen zu können. Dies wird dem Projekt „Stuttgart 21“ in keiner Weise förderlich sein. Auch das ausstehende Urteil zum Bürgerentscheid trägt nicht zur Klarheit bei – die Kritik des Bundesrechnungshofes an den Berechnungen erleichtert eine schnelle Entscheidung sicherlich auch nicht.

    Ob mit oder Mehdorn – die Bahn AG wird über Stuttgart 21 entscheiden müssen. Abzuwarten, bis irgendein Gericht vielleicht doch entscheidet, eine Landtags- oder gar Bundestagswahl entschieden ist oder die Konjuktur wieder aufwärts geht ist im Hinblick auf die seit Planungsbeginn gestiegenen Kosten sicherlich nicht sinnvoll.
    Allerdings würde ich mir wünschen, dass man nach dieser langen (Nicht-)Planungszeit sich mit den Architekten und Verkehrsexperten hinsetzt und die Pläne aus den 1980er Jahren an die Situation des 21. Jahrhunderts anpasst – die ursprünglich mal als „Option“ eingeplanten 2 weiteren Gleise sollten dann nicht aus Kostengründen vergessen werden – nur wenn sich alle Beteiligten offen an einen Tisch setzen und MITEINANDER reden, kann eine tragbare mehrheitsfähige Lösung gefunden werden.

    Sicherlich hat Mehdorn das Unternehmen Bahn geprägt, wie kaum ein anderer vor ihm – nur die Erfolge zu sehen, wäre aber genauso einseitig, wie ausschließlich die unpopulären Dinge wie Streckenstillegungen oder Entlassungen ihm zuzuschreiben. Ob es ein anderer Vorstand anders gemacht hätte? Oder wie hätte man selbst an dessen Stelle entschieden?

  4. Steffen sagt:

    noch ein kleiner Zusatz: Es freut uns, dass die Artikel zu S21 gelesen werden. Wer möchte, darf natürlich auch gerne direkt bei unseren Artikeln einen Kommentar schreiben – die Funktion steht dort (genau wie hier) allen Lesern zur Verfügung.

  5. Thomas Rudolph sagt:

    Die 5000 Km stillgelegte Bahnstrecken waren größtenteils wirtschaftlich nicht rentabel. Wenn etwas nicht rentabel ist muß man es stilllegen, sonst zahlt man drauf.
    Jeder der eine eigene Firma hat, muss so handeln.

    Die einstige Bummelbahn wurde von Mehdorn in eine Hochgeschwindigkeitsbahn umgewandelt. Heute kann man in den ICE´s erstklassigen Rotwein trinken. Auch der Laptop kann benutzt werden.
    Die Wagen sind sauber und der Service ist gut.

    Man muss aber auch wissen, das die Regionalzüge noch Heute von den Komunen hoch bezuschusst werden.
    Also das Geld des Steuerzahlers. Ohne diese Stütze wäre Regionalverkehr gar nicht möglich.
    Rentabel ist das nicht, aber notwendig, da sonst noch mehr Autos auf der Strasse wären.

    Mehdorn war der Chef der DB also des Konzerns. Er war weder Gewerkschafter noch Eisenbahnromantiker. Er wurde von Bundeskanzler Schröder geholt um das kurz vorm Bankrott stehende Staatsunternehmen auf Wirtschaftlichkeit umzustellen.

    Wie er das geschafft hat, verdient Respekt.
    Die Bahn ist Heute ein profitabler Dienstleister.

  6. Thomas Rudolph sagt:

    Hallo Steffen,
    Deinem Beitrag stimme ich in großen Teilen zu.
    Auch die zwei eingeplanten Gleise können bei Bedarf nach meinem derzeitigen Wissenstand jederzeit verwirklicht werden. Wenn Du mal Lust hast, nehme ich dich gerne mal zu einem Vortrag der DB zum Planungsstand von S21 mit. Da sind dann auch fachkundige Planer dabei, die sich freuen wenn sie mit Fragen gelöchert werden. Dies gilt selbstverständlich auch für BigB
    Gruß
    Thomas
    PS: Grüsse an Lars

  7. Thomas Rudolph sagt:

    Wie ich gerade erfahre, soll Morgen endlich die Finanzierungserklärung für S21 unterschrieben werden.
    Damit rückt das Projekt näher und nimmt eine der letzen Hürden.

  8. BigB sagt:

    Ich bleibe dabei, die Mehdorn-Ära war, ist und wird keine Erfolgsgeschichte sein, da sich unter seiner Ägide nichts wesentlich gebessert oder geändert hat, die einzigen (technischen) Fortschritte hat auch Mehdorn nicht selbst erfunden.

    Zu Stuttgart 21 möchte ich nur anmerken, daß ich weiterhin hoffe, daß dieses Irrsinnsprojekt in der bestehenden Form unter einer neuen Führung zu den Akten gelegt und/oder revidiert wird.

    Ceterum censeo Carthaginem esse delendam.

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