Search Results

Ein langer Weg liegt hinter uns: Das Hotel Silber wird am 3. Dezember eröffnet

Es ist es ist so weit, das Hotel Silber wird als Erinnerungsort und als Lernort eröffnet. Das ist alles andere als selbstverständlich und hat heute eine politische Dringlichkeit bekommen, die wir uns vor zehn Jahren nicht vorgestellt hatten. Ein langer Weg liegt hinter uns, seit vor 10 Jahren bekannt wurde, dass das Hotel Silber abgerissen werden solle.  Einen ausführlichen Überblick über die Entstehungsgeschichte veröffentlichte am 28.11.18 Oliver Stenzel in der Kontextwochenzeitung: Siehe: https://www.kontextwochenzeitung.de/kultur/400/vom-ort-der-taeter-zum-lernort-5513.html

Gestern wurde dieser neue Ort im Herzen Stuttgarts den Medien vorgestellt. Die gemeinsame Pressemitteilung zur Eröffnung finden Sie auf unserer Website unter http://hotel-silber.de/?p=2654. Das Interesse und die Resonanz war groß. Auf unserer Website finden Sie einige Links zu Veröffentlichungen.

Die offizielle Eröffnungsveranstaltung mit geladenen Gästen findet am Montag, 3. Dezember statt.  (Bitte fragen Sie nicht mehr nach Einladungen; die Veranstaltung ist „ausgebucht.“)

Der offiziellen Eröffnung folgt dann eine Eröffnungswoche vom 4. Bis 9. Dezember mit einem vielfältigen Programm. Das Programm finden Sie auf unserer Website unter: http://hotel-silber.de/?p=2654

Nun gilt es das Haus mit Leben zu füllen. Dazu wollen wir Sie herzlich einladen.

Info:  Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber

Unsere Berichte zum Hotel Silber und geschichtsort-hotel-silber.de/

Info, facebook.com/hausdergeschichte und http://hotel-silber.de/?p=2654

Foto, Blogarchiv Klaus

Hotel Silber – Eröffnungswoche

Posted by Klaus on 10th November 2018 in Es war einmal, Fotos, Stuttgart

Das Programm der „Hotel Silber“-Eröffnungswoche ist da:
http://hotel-silber.de/wp-content/uploads/2018/11/HOTEL_SILBER_Programm-Er%C3%B6ffnungswoche.pdf
Noch ist das Gebäude des ehemaligen Gestapo-Hauptquartiers in Stuttgart eine Baustelle – am 4.12. wird es als Ort historisch-politischer Bildung mit Dauerausstellung zu Polizei und Verfolgung eröffnet.

Unsere Berichte zum Hotel Silber und geschichtsort-hotel-silber.de/

Info, facebook.com/hausdergeschichte und http://hotel-silber.de/?p=2654

Plakat, Hotel Silber
Fotos, Klaus

Baufreigabe für Einrichtung des Erinnerungsortes im ehemaligen Hotel Silber

Posted by Klaus on 29th Dezember 2016 in Stuttgart

"Hotel Silber" Dorotheenstraße 10Das Ministerium für Finanzen hat die Baufreigabe für die Einrichtung des Erinnerungsorts im ehemaligen Hotel Silber in der Dorotheenstraße in Stuttgart erteilt.

„Der Erinnerungsort im ehemaligen Hotel Silber wird zu einem Ort des Bekenntnisses zu demokratischen Grundrechten und zu einem Ort lebendiger Erinnerungskultur“, so Finanzstaatssekretärin Gisela Splett.

Kunstministerin Theresia Bauer stellte den beispielhaften Bürgerbeteiligungsprozess heraus, in dem das Projekt konzipiert und umgesetzt wird: „Hier arbeiten das Land und das Haus der Geschichte Baden-Württemberg, die Stadt Stuttgart sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger konstruktiv zusammen, um demokratische Werte und Regeln, Grund- und Menschenrechte sowie die Prinzipien des Rechtsstaats zu vermitteln. Der Lern- und Gedenkort soll, anknüpfend an seine historische Vergangenheit, Besucherinnen und Besucher für Fragen der Demokratie und Gesellschaft in der Gegenwart und Zukunft sensibilisieren“, so Bauer.

Der Erinnerungsort wird auf rund 1.000 Quadratmetern in der Osthälfte des Gebäudes eingerichtet. Die Dauerausstellung erhält durch die bedrückende Atmosphäre, die durch die Behandlung der Oberflächen der Wände, Decken und Böden entsteht, einen eindrucksvollen Rahmen. Der Haupteingang wird an die Ecke zur Holzstraße verlegt. Der einstige Eckturm des Gebäudes wird durch ein durchscheinendes Banner wieder aufgenommen, das weithin sichtbar auf die neue Nutzung hinweist. Der Veranstaltungsbereich im Erdgeschoss bietet Raum für ein lebendiges Zentrum der Erinnerungs- und Bildungsarbeit und steht auch für Eigenveranstaltungen der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e. V. zur Verfügung. Im ersten und zweiten Obergeschoss entstehen Flächen für Dauer- und Wechselausstellungen. Im Untergeschoss werden die erforderlichen Nebenflächen des Erinnerungsorts geschaffen.

Die Gesamtbaukosten für den Umbau betragen rund 4 Millionen Euro. Der Umbau beginnt im Frühjahr 2017. Die Eröffnung ist für das zweite Halbjahr 2018 geplant.

Weitere Informationen

Die Gesamtkosten für die Einrichtung des Erinnerungsorts in dem Gebäude der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH werden ausschließlich vom Land im Rahmen der Flächenanmietung getragen. Die laufenden Sach- und Personalkosten des Betriebs des Erinnerungsorts belaufen sich auf jährlich rund 500.000 Euro. Diese laufenden Kosten wie auch die laufenden Kosten der Flächenbewirtschaftung und die einmaligen Kosten für Vorbereitung, Ausstellungsplanung und -einrichtung mit weiteren rund 3 Millionen Euro tragen je zur Hälfte die Landeshauptstadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg. Stadt und Land haben hierzu am 15. Januar 2016 eine Finanzierungs- und Organisationsvereinbarung abgeschlossen, die die Finanzierung, die künftige Organisation des Erinnerungsorts in der Trägerschaft des Hauses der Geschichte und die Mitwirkung der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e. V. regelt.

Quelle, Ministerium für Finanzen

Siehe auch SWR/erinnerungsort-hotel-silber-in-stuttgart-jetzt-kann-gebaut-werden

Foto, Klaus

Gemeinderat beschließt Kooperationsvertrag für Hotel Silber

Posted by Klaus on 3rd Juli 2015 in Allgemein, Stuttgart

Info der Stadt Stuttgart

"Hotel Silber"Dem Kooperationsvertrag zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart zum „Hotel Silber“ – der ehemaligen Gestapo-Zentrale in der Dorotheenstraße 10 – hat der Gemeinderat am 2. Juli zugestimmt. Damit ist die Grundlage für Umbau und Betrieb des künftigen Lern- und Gedenkorts geschaffen und die Kostenaufteilung zwischen den beiden Partnern geregelt.

Für Vorbereitung, Ausstellungsplanung und -einrichtung stellen Stadt und Land jeweils 1,5 Millionen Euro bereit. Den laufenden Betrieb bezuschussen sie jährlich mit je 250 000, Gebäudebewirtschaftung und Verbrauch mit jeweils 30 000 Euro. Außerdem übernimmt das Land 5000 Euro Miete für das Büro der dort untergebrachten „Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.“, die Stadt dafür den gleichen Betrag als Unterstützung für deren Veranstaltungen. Eine Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern ist in der Gremienstruktur der Einrichtung verankert.

Die notwendigen Umbaumaßnahmen am Gebäude trägt das Land, ebenso wie die Miete für den Erinnerungsort mit knapp 1000 Quadratmeter Nettogrundfläche. Die Institution wird künftig als Außenstelle des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg betrieben und untersteht dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Foto, Blogarchiv

Hotel Silber: Stadt und Land vereinbaren Kooperation – Erinnerungsort in Stuttgarts Zentrum soll 2017 öffnen

Posted by Klaus on 24th Juni 2015 in Allgemein, Es war einmal, Stuttgart

Info der Stadt Stuttgart

"Hotel Silber" Dorotheenstraße 10Das Hotel Silber wird zum Lern- und Gedenkort: Das haben Stadt und Land Baden-Württemberg jetzt vereinbart. Der Kooperationsvertrag regelt den Umbau und den Betrieb des geplanten Erinnerungsortes in der Dorotheenstraße 10.

Die Eröffnung ist für 2017 vorgesehen. Vor Unterzeichnung des Vertrags wird der Gemeinderat am 2. Juli darüber beraten.

OB Fritz Kuhn: Engagierte Bürger gestalten aktiv mit
Oberbürgermeister Fritz Kuhn: „Das Hotel Silber zeigt, was bürgerschaftliche Teilhabe ganz praktisch heißt: Weil Bürger, Stadt und Land so eng zusammenarbeiten, konnte das Hotel Silber erhalten und zu einem spannenden Erinnerungsort entwickelt werden. Dass engagierte Bürger den Betrieb mitgestalten, ist bundesweit einzigartig.“

Hotel Silber wird zum ErinnerungsortVergrößern
Peter Hofelich: Ort der kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte
Peter Hofelich, Staatssekretär im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft: „Ohne bürgerschaftliches Engagement hätte es dieses Projekt nicht gegeben. Denn die ,Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.‘ hatte sich erfolgreich gegen den Abriss gewandt. Die Landesregierung hat den Erhalt des Hotel Silber festgeschrieben. Der Erinnerungsort wird ein Ort des historisch-politischen Lernens und der kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte sein. Das Land steht zu diesem Ort – deshalb übernimmt es die Trägerschaft und zusätzlich den großen Kostenanteil für Miete und Investitionen.“

Moderierter Bürgerbeteiligungsprozess
Jürgen Walter, Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst: „Das Engagement für den Erinnerungs- und Lernort Hotel Silber ist – neben der Erhöhung der Gedenkstättenförderung und dem Forschungsprogramm zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der Landesministerien – ein weiterer wesentlicher Baustein im Konzept der Landesregierung, eine zivilgesellschaftlich verankerte Erinnerungskultur zu unterstützen.“
Walter verwies auf den vom Land moderierten Bürgerbeteiligungsprozess, der in zahlreichen Sitzungen und Runden Tischen das Konzept für den Erinnerungsort erarbeitet habe.

Stadt bezuschusst Veranstaltungen
Für die Vorbereitung, Ausstellungsplanung und Ausstellungseinrichtung stellen Stadt und Land jeweils 1,5 Millionen Euro bereit. Den Betrieb bezuschussen sie jährlich mit jeweils 250.000 Euro. Außerdem zahlen Stadt und Land jährlich jeweils 30.000 Euro für die Gebäudebewirtschaftung und den Verbrauch.
Das Land übernimmt 5.000 Euro Miete für den Büroraum, der der „Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V“ überlassen wird. Die Stadt bezuschusst deren Veranstaltungen mit bis zu 5.000 Euro pro Jahr. Die Investitionen für diesen Umbau trägt allein das Land. Auch für die Miete für den Erinnerungsort – knapp 1000 Quadratmeter Nettogrundfläche – kommt das Land auf.

Programmbeirat erarbeitet konzeptionelle Ausrichtung
Das Hotel Silber wird als Außenstelle des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg betrieben, es untersteht dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Der Vorstand des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg leitet das Haus und trägt die Gesamtverantwortung für die Einrichtung, den Ausstellungsbetrieb und weitere Veranstaltungen.
Die konzeptionelle Ausrichtung und das Programm des Hotel Silber wird vom Programmbeirat erarbeitet und vom Verwaltungsrat beschlossen. In beiden Gremien sind Land, Stadt und Initiative vertreten.

Bundesweit einmaliges Projekt
„Von den 20er bis zu den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts, von dem Scheitern einer Demokratie, dem Terror einer Diktatur und dem langsamen Abbau von Diskriminierung und Ausgrenzung in der Bundesrepublik. All dies findet sich in dem bundesweit einmaligen Projekt Hotel Silber“, so Dr. Thomas Schnabel, Direktor des Hauses der Geschichte.

Vielfältiges Potenzial in der historisch-politischen Bildungsarbeit
Die „Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V.“ hatte den Abriss des Gebäudes verhindert und erreicht, dass die Landesregierung den Erhalt des Gebäudes festgeschrieben und die Einrichtung eines Erinnerungsortes ermöglicht hat. Harald Stingele von der Initiative sagte:
„Es ist uns gelungen, das Hotel Silber als Ort der Erinnerungsarbeit zu erhalten. Jetzt freuen wir uns darauf, unser vielfältiges Potenzial in die historisch-politische Bildungsarbeit einzubringen. Wir werden als Initiative dazu beitragen, dass sich die neue Einrichtung gut mit der Stadtgesellschaft vernetzt und ein lebendiger Ort der Austausches und der Diskussion entsteht – auch über aktuelle Fragen.“
Ein Novum sei das Zusammenwirken von Hauptamtlichen mit bürgerschaftlich Engagierten bei der Ausgestaltung und dem Betrieb eines Ortes der Erinnerung und historisch-politischer Bildung. „Dies wird für alle Beteiligten ein herausfordernder Lernprozess“, so Stingele.

Historischer Hintergrund
Das Hotel Silber ist ein überregional und lokal bedeutsamer historischer Ort, ein Ort des staatlich und bürokratisch organisierten NS-Terrors. Von dort aus wurde in Württemberg und Hohenzollern die Überwachung der Gesellschaft, die Verfolgung politischer Gegnerinnen und Gegner und diskriminierter Minderheiten, die Unterdrückung der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie die Deportation der Jüdinnen und Juden organisiert und gesteuert.
Das Hotel Silber galt und gilt aus diesem Grund noch immer als Inbegriff des NS-Unrechtsregimes. Als ehemaliger Dienstsitz der Polizei auch vor 1933 steht es für das nahezu reibungslose Hinübergleiten der Weimarer Republik in die NS-Diktatur. Als Dienstsitz der Polizei nach 1945 steht es darüber hinaus für einige personelle und funktionale Kontinuitäten sowie für die fortgeführte Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten wie der Homosexuellen, der Sinti und Roma und der sogenannten „Asozialen“.
Die Geschichte der Polizei im Hotel Silber zeigt aber auch die Entfaltung demokratischer und pluralistischer Prinzipien nach 1945. An der Nachkriegsgeschichte des Hotel Silber als Gebäude lässt sich überdies seismografisch der Wandel in der Auseinandersetzung der bundesrepublikanischen Gesellschaft und ihrer Institutionen mit dem nationalsozialistischen Erbe erkennen

Gegen alle Formen der Ausgrenzung arbeiten
Die geplante Einrichtung im Hotel Silber soll eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Geschichte ermöglichen. Sie ist als Ort des historisch-politischen Lernens konzipiert. Aus dem Lernen über die Vergangenheit sollen die Besucher Handlungsperspektiven für die Gegenwart und die Zukunft gewinnen können. Zentral ist dabei die Vermittlung demokratischer Werte und Regeln, der Grund- und Menschenrechte sowie der Prinzipien des Rechtsstaats.
Es soll auch gezeigt werden, wie wichtig es ist, dass alle Formen der Ausgrenzung, Diskriminierung und Benachteiligung aufgrund von Abstammung, Herkunft, politischer oder religiöser Anschauung, sexueller Orientierung oder gesundheitlicher Verfassung als solche erkannt werden und ihnen couragiert entgegen gearbeitet wird. Es gilt auch, die Bedingungen und Auswirkungen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aufzuzeigen. Das Hotel Silber ist damit nicht zuletzt ein Ort der Begegnung und der Beschäftigung mit aktuellen, an den historischen Gegenstand anknüpfenden Themen und Fragestellungen.

Foto, Blogarchiv

Einladung zur Gedenkfeier für Else Josenhans am 11. April 2015 um 11:30 Uhr am Hotel Silber

K-Hotel-Silber-Im Frühjahr 1945 hat ein Polizeispitzel die Jüdin Else Josenhans zu einem Fluchtversuch  in die Schweiz überredet. Sie wurde gefasst und ins „Hotel Silber“ gesperrt. Als der Zusammenbruch des NS-Regimes dann absehbar geworden war, ordnete Gestapochef Mußgay die Tötung der dort Inhaftierten an. Der sadistische SD-Hauptscharführer Anton Dehm hat Else Josenhans daraufhin in der Nacht zum 11. April auf grausame Weise ermordet. Ihres 70. Todestages gedenken die Stuttgarter Stolperstein-Initiativen mit einer kurzen, musikalisch umrahmten Feier. Es spricht Jörg Kurz.

Samstag, 11. April 2015, 11:30 Uhr

Hotel Silber, Dorotheen-/Ecke Holzstraße

Weitere Infos unter hotel-silber.de und Else Josenhans
Foto, Blogarchiv

Verständigung über Finanzierung und Organisationsstruktur des Erinnerungsort Hotel Silber

Posted by Klaus on 24th Februar 2015 in Allgemein, Es war einmal, Stuttgart

K-Hotel-Silber-Beim vierten Runden Tisch „Erinnerungsort Hotel Silber“ haben sich Land und Stadt Stuttgart mit der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e.V. über wichtige organisatorische und strukturelle Fragen verständigt. Einvernehmen besteht auch, dass das 2. Obergeschoss ab dem Jahr 2017 für die Einrichtung der Wechselausstellung hinzukommen soll. Damit kann der Erinnerungsort wieder auf einer Grundfläche von rund 1.000 Quadratmeter realisiert werden.

Die Fragen zur Finanzierung, Organisation, Gremien und Struktur des Erinnerungsorts Hotel Silber sowie die Mitsprache der Initiative sollen in einem zwischen Land und Stadt Stuttgart abzuschließenden Kooperationsvertrag geregelt werden. „Nachdem die Finanzierung durch Stadt und Land steht, schaffen wir damit nun die Grundlagen für eine Institutionalisierung der Bürgerbeteiligung am Gedenk- und Lernort ‚Hotel Silber‘,“ so die Staatssekretäre Jürgen Walter und Peter Hofelich. Die Finanzierungszusage der Stadt steht dabei unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch den Gemeinderat.

In einer zwischen der Initiative Lern- und Gedenkort e.V. und dem Haus der Geschichte abzuschließenden Nutzungs- und Bürgerbeteiligungsvereinbarung sollen die Bedingungen für die bürgerschaftliche Nutzung festgeschrieben werden.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Runden Tisches von Stadt, Land und Bürgerinitiative haben sich auf Eckpunkte beider Vereinbarungen verständigt. Diese sollen im Rahmen von Gesprächen nun näher ausgestaltet werden.

Einigkeit wurde ebenfalls darüber erzielt, die Ausschreibung eines Gestaltungswettbewerbs auf der Basis des bereits gebilligten Grobkonzepts baldmöglichst anzugehen. „Hieraus erhoffen wir uns wertvolle Anregungen für die Umsetzung der Dauerausstellung, mit dem Ziel, die Eröffnung des Erinnerungsorts Hotel Silber im Jahr 2017 sicherzustellen“, so Walter und Hofelich.

Das Land sei sich seiner Verantwortung zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit bewusst. Neben der Übernahme der Trägerschaft und Finanzierung für den Lern- und Gedenkort Hotel Silber werde dies auch an der Erhöhung der Mittel für die Gedenkstättenförderung des Landes und an der Unterstützung des Forschungsprojekts zur Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus deutlich.

Walter und Hofelich dankten allen am Prozess Beteiligten von Stadt, Land und Bürgerinitiative sowie den Vertretern des Hauses der Geschichte, Prof. Thomas Schnabel und Dr. Paula Lutum-Lenger, für ihr Engagement zur Realisierung des Projekts.

Foto, Blogarchiv

Bauuntersuchung im Hotel Silber: Eine weitere Reduzierung der Nutzfläche ist nicht akzeptabel

Posted by Klaus on 5th Februar 2015 in Allgemein, Stuttgart, Vereine und Gruppen

Stellungnahme der Initiative Lern- und Gedenkort Hotel Silber e. V. zu den Konsequenzen der Bauuntersuchung im „Hotel Silber“ durch das Amt für Vermögen und Bau des Landes

4. Februar 2015

"Hotel Silber" Dorotheenstraße 10Die Reduzierung der zugesagten Nutzungsfläche auf knapp 600 qm für den Lern- und Gedenkort im Hotel Silber, dem Gebäude der ehemaligen Gestapozentrale von Württemberg und Hohen- zollern, ist nicht akzeptabel. Als Ersatz für die wegfallende Fläche im Untergeschoss muss der zweite Stock wieder ins Projekt einbezogen werden.
Der Bereich der ehemaligen Verwahrzellen im Untergeschoss darf nicht anderweitig genutzt werden. Es muss eine Lösung gefunden werden, ihn in den Lern- und Gedenkort einzubeziehen.
Die Arbeitsmöglichkeiten der bürgerschaftlich Engagierten in der zukünftigen Einrichtung müssen im räumlichen Nutzungskonzept gesichert werden.

1. Das Amt für Vermögen und Bau des Landes zieht aus seiner Bauuntersuchung im Hotel Silber die Schlussfolgerung,
– dass das geforderte Flächenziel von rund 300 qm fürs Untergeschoss nicht erreicht werden kann, dass vielmehr eine maximale Wechselausstellungsfläche von 175 qm bliebe, und damit in keinem Fall die zugesagten 1000 qm Nutzfläche für den Lern- und Gedenkort erreicht werden,
– dass eine Nutzung der Räume im UG westlich des Treppenhauses nicht realisierbar erscheint,
– dass es außerordentlich aufwändig und im Ergebnis nicht befriedigend ist, die Flächen im Untergeschoss für die geplanten Wechselausstellungen umzugestalten.

2. Die Initiative nimmt dieses Ergebnis überrascht zur Kenntnis. Sie ist verwundert, dass das Untergeschoss jetzt als verzichtbar erscheint, nachdem in der Debatte über den möglichen Abriss in den Jahren 2008-2011 das UG zum einzig erhaltenswertes Element des Gebäudes erklärt wurde. Sie ist weiter verwundert, dass die baulichen Bedingungen erst jetzt offensichtlich werden, dass eine solche Untersuchung nicht zu Grunde gelegt wurde, bevor im Sommer 2013 entschieden wurde, auf die zweite Etage, die ehemalige Chefetage der Gestapo, für den Lern- und Gedenkort zu verzichten. Sie hofft, dass zukünftige Entscheidungen im Projekt auf der Basis gesicherter Fakten getroffen werden.

3. Wenn das Untergeschoss für den Lern- und Gedenkort wegfällt, würde sich die nutzbare Fläche auf 600qm reduzieren. Das ist nicht akzeptabel, denn dann wäre das gemeinsam mit den Partnern erarbeitete Nutzungskonzept nicht mehr umsetzbar. Eine Fläche für Wechselausstellungen und Projektpräsentationen würde wegfallen und damit ein unverzichtbares Element des Hauskonzeptes. Arbeitsmöglichkeiten engagierter Bürger-innen im Haus wären noch schwieriger. Von der Idee eines lebendigen, von Bürger/innen mitgestalteten Ortes müsste sich Stuttgart verabschieden.

4. Eine solche Reduzierung widerspräche der Zusage von 1000 qm Nutzfläche, die der Öffentlichkeit und insbesondere auch dem Stuttgarter Gemeinderat vor seiner Entscheidung im Dezember 2013 gegeben wurde. Sie ist politisch nicht vertretbar und wäre für die Landeshauptstadt Stuttgart –auch im Vergleich mit anderen Großstädten – blamabel.

5. Die Initiative bedauert, dass es im Moment nicht möglich erscheint, den Bereich der ehemaligen Verwahrzellen im Untergeschoss in den Lern- und Gedenkort einzubeziehen. Die Verwahrzellen sind ein wichtiger Ort im Haus für die Erinnerung an die Opfer. Sie sind von besonderer Bedeutung für deren Angehörige und ihre Nachfahren. Wir erwarten, dass dieser Bereich nicht für anderweitige Nutzungen verändert wird und perspektivisch an einer Lösung gearbeitet wird, diesen Bereich – als Ort des Gedenkens – ins Projekt einzubeziehen.

6. Die Initiative nimmt die Aussagen der Bauuntersuchung fürs Erdgeschoss zur Kenntnis. Hier gab es Untersuchungen zur Möglichkeit einer Erweiterung des Veranstaltungsraums und zur Einrichtung von Seminarräumen. Die Initiative hatte noch keine Gelegenheit, ihre Interessen und Einschätzungen der Nutzungsanforderungen einzubringen. Sie befürchtet, dass hier – über die baulichen Bedingungen hinaus – Nutzungen festgeschrieben wurden, bevor eine gründliche Auseinandersetzung zum räumlichen Nutzungskonzept aller Beteiligten stattgefunden hat. Sie erwartet, dass diese Diskussion bald gemeinsam geführt wird.

7. Die Initiative erwartet, dass die Entscheidung von 2013 (Verzicht auf den 2. Stock), umgehend revidiert wird und dass die Voraussetzungen für das Einbeziehen des 2. Stocks ins Projekt schnell geklärt werden. Nur so kann die zugesagte Nutzungsfläche von 1000 qm fürs Projekt gesichert werden. Sie erinnert an die Zusage am Runden Tisch im Dezember 2013, dass der 2. Stock nur befristet vermietet werden solle und an die entsprechende Aussage von OB Kuhn in der 3. Lesung der Haushaltsberatungen im Dezember 2013.

Kontakt für Nachfragen:
Harald Stingele
0711-467066
0160-97756186
info(at)hotel-silber.de
hotel-silber.de

Foto, Blogarchiv

Veranstaltungshinweise: „Denunziation“ im Hotel Silber, 19.11.2014

Ehm. Hotel SilberÜber das Phänomen der massenhaften Denunziation
im Nationalsozialismus, in der unmittelbaren Nachkriegszeit und in der DDR

sprechen am Mittwoch, 19. November 2014, um 19 Uhr, Hotel Silber, Dorotheenstraße 10
Prof. Dr. Gisela Diewald-Kerkmann (Universität Bielefeld) und
Dr. Anita Krätzner (Stasi-Unterlagenbehörde)

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich: Telefon 0711/212-3989 oder E-Mail: besucherdienst(at)hdgbw

„Zwischen „gefährlichem Jugendverderber“ und „männlicher Lebensführung“

23. November 2014, 18:30 Uhr

Weissenburg e.V. schwul-lesbisches Zentrum Stuttgart
Weißenburgstr. 28A:

Forschungsergebnisse zu Homosexualitäts- und Sittlichkeitsverbrechen im Südwesten in den Jahren 1933 bis 1945
Es berichten Studenten vom Historischen Institut der Universität Stuttgart

Foto, Blogarchiv

Zum Hotel Silber:

Posted by Klaus on 6th Dezember 2013 in Allgemein, Stuttgart

Pressemitteilung

Hotel-SilberKann der 2. Stock, die „Chefetage des Terrors“ doch für den Lern- und Gedenkort gesichert werden? Nach dem gestrigen Runden Tisch scheint eine Lösung zum Greifen nah.
Anfang kommender Woche steht das Projekt „Lern- und Gedenkort Hotel Silber“ auf der Tagesordnung in der zweiten Lesung der Haushaltsberatungen. Hier fällt die Vorentscheidung, ob es gelingt, den zweiten Stock des linken  Gebäudeflügels für das Projekt zu sichern und damit dem Projekt die Fläche zur Verfügung zu stellen, die es braucht, um seinen Aufgaben gerecht zu werden und eine Ausstellung zu entwickeln, die der Vielschichtigkeit dieses historischen Ortes gerecht wird.
Die Initiative Lern und Gedenkort Hotel Silber e.V. , ein Zusammenschluss von 22 in der Erinnerungsund Menschenrechtsarbeit engagierten Organisationen, appelliert deshalb in einem Offenen Brief an die Fraktionen des Stuttgarter Gemeinderats: „Mit Ihrem Votum in den Haushaltsberatungen haben Sie es in der Hand, ob hier im Herzen unserer Stadt mit Blick auf die NS-Geschichte Stuttgarts und Württembergs ein angemessen ausgestatteter Ort für die Verständigung über die Grundlagen der Demokratie und der Menschenrechte entsteht, ein Ort für die Auseinandersetzung mit Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie und jeder Art gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit , ein Bollwerk gegen den auch in unserer Region zunehmenden Rechtsextremismus. Stuttgart hat es bisher versäumt, einen solchen Ort zu schaffen. Andere Großstädte sind uns da weit voraus.“
Unmittelbar vor der zweiten Lesung tagte gestern der Runde Tisch Hotel Silber. Die Sitzung begann mit einer Überraschung. Das Land ist bereit die Mietkosten für den Lern- und Gedenkort vollständig zu übernehmen. Damit rückt das Land von seiner bisherigen Position ab, die Stadt Stuttgart müsse sich hälftig an den Mietkosten beteiligen. Damit kommt das Land der Stadt Stuttgart weit entgegen; ein wesentliches Hindernis für das Projekt ist jetzt aus dem Weg geräumt. Dies wurde von den Teilnehmern des Runden Tisches anerkennend zur Kenntnis genommen.
Für die Stadt Stuttgart stellt sich die Situation jetzt neu dar. Sie musste sich bisher darauf einstellen, die Hälfte der Mietkosten aufbringen zu müssen. Dieser Kostenanteil fällt für sie nun weg. Der Gemeinderat könnte jetzt diese weggefallenen Kosten für den Erhalt des zweiten Stockes zur Verfügung stellen. Eine Lösung ist also zum Greifen nah.
In jedem Fall soll die Möglichkeit offen gehalten werden, den Lern- und Gedenkort später zu erweitern. Einhellig äußerten die Teilnehmer des Runden Tisches diese Erwartung. Bei einer Vermietung des zweiten Stockes soll eine Veränderungssperre in den Vertrag aufgenommen werden, damit die authentische Bürostruktur der ehemaligen Chefetage der Gestapo nicht durch Umbauten zerstört werden darf.

Harald Stingele