Archive for the ‘Künstler/innen’ Category

SportKultur – Gezeichnete Geschichten in der Kunsthalle Göppingen

Posted by Klaus on 14th Mai 2022 in Künstler/innen, Stuttgart Wangen, Vereine und Gruppen

Pressebericht

Mit den Begriffen „Sprechende Bilder Graphic Novel & Comic“ ist eine aktuelle, noch bis zum 26. Juni 2022 laufende Ausstellung der städt. Kunsthalle Göppingen überschrieben. Wer jetzt meint, es geht um dabei um lustige Bilderheftchen oder Ähnliches für Kinder, irrt gewaltig.
Graphic Novels sind dem altbekannten Genre Comic durchaus nahe, die erzählten Geschichten, die Art der Darstellung sowie die Ausführung von Zeichnung und Ausdruck sind aber wesentlich komplexer. Nicht umsonst werden Graphic Novels gerne als gezeichnete Romane typisiert. Eine Gruppe Kunstinteressierte der SportKultur Stuttgart ließ sich fundiert und ausführlich den künstlerischen Kosmos der zwölf AkteurInnen der ZeichnerInnenszene aus dem deutschsprachigen Raum vom engagierten Kunsthallenmitarbeiter Kai Bleifuß erläutern, dem es sichtlich Spaß machte, sein Wissen den aufgeschlossenen Besuchern zu vermitteln.

Ein unterstützendes Vermittlungselement der Ausstellung ist ein von der Kunsthalle mit der Band BRTHR entwickelter Soundtrack. Er gibt den ausgestellten Arbeiten einen gewissen Pfiff in Form einer zweiten Erfahrungsebene, nämlich dem akustischen Zugang zu den Werken und somit zu einem sinnlichen Erleben. Zur weiteren Vertiefung des Gesehenen, hat die Stadtbücherei Göppingen eine gute sortierte Leseecke eingerichtet.

Die Göppinger Kunsthalle präsentiert sehenswerte Arbeiten unterschiedlicher künstlerischer Herangehensweisen an das Thema. Von Kati Szilágyi sind das Scherenschnitte, das Duo Sourati (Christina Laube und Mehrdad Zaeri) sowie Josephine Wolff zeigen begehbare Comicpanels, originell sind die textilen Arbeiten von Jul Gordon, von Stephanie Leinhos sind große Wandzeichnungen zu sehen. Viele der KünstlerInnen sehen sich nicht als reine ComiczeichnerInnen, die Grenze zur Kunst ist fließend, wie z.B. bei marialuisa, oder Larissa Bertonasco. In ihrem Facettenreichtum verbinden sie verschiedene Ausdrucksstrategien der bildenden Kunst.

Von Katharina Kulenkampff sind u.a. zeitgenössische Illustrationen zu der von Lewis Caroll (Autor von „Alice im Wunderland“) im Jahre 1876 veröffentlichter Nonsensballade The Hunting of the Snark An Agonie in Eight Fits, auf Deutsch Die Jagd auf den Schnatz Eine Agonie in acht Krämpfen zu sehen. Sehr zum Vergnügen seines Publikums trug Kai Bleifuß zum Abschluss der Führung und der Exkursion in die Staufferstadt, einige wunderbar schräge Passagen daraus vor, was mit freudigem Applaus bedacht wurde.


Text und Fotos: Norbert Klo

Einladung Theater Atelier ein neues Stück nach Ferenc Molnar – DIE KUNST EIN GUTES STÜCK ZU SCHREIBEN

Posted by Klaus on 12th Mai 2022 in In und um Gablenberg herum, Künstler/innen

Der Countdown läuft! In etwas mehr als zwei Wochen feiern wir Premiere von DIE KUNST EIN GUTES STÜCK ZU SCHREIBEN

Freitag, den 27. Mai um 20:00 Uhr.

Um eine Liebeskatastrophe zu vermeiden, muss Sandor Turai in einer einzigen Nacht ein gutes Stück schreiben.

„Die Kunst ein gutes Stück zu schreiben“ ist Molnars Liebeserklärung an das Theater und das Leben, als die größte und bunteste Bühne des Menschen.
Karten, Termine und weiter Infos findet ihr auf unserer Webseite: www.theateratelier.eu
Regie: Vladislav Grakovskiy
Bühne: Tascha Hamm
Kostüm: Lara Kamysina
Mit:
Guido Kunkel als Turai
Jannis Sky als Gál
Toni Irrache als Adam
Monika Läufle als Annie
Maximilian Grimm als Almády
Giovanni Gagliano als Dvornicek

Foto,Theater Atelier

Konzert zu Ehren von Königin Katharina in der Grabkapelle am So 15.5.2022

Info

Königin Katharina wurde am 10. Mai 1788 geboren. Die Schlösser und Gärten Baden-Württemberg haben die Veranstaltungen, die in diesem „Katharinen-Monat“ rund um die Grabkapelle auf dem Württemberg angeboten werden, der beliebten Regentin gewidmet. Katharina Pawlowna war nicht nur Königin von Württemberg, sondern auch Förderin der Kultur:
Am 15. Mai 2022 tritt deswegen das Schulorchester des Königin-Katharina-Stifts ihr zu Ehren im Innenraum der Grabkapelle auf dem Württemberg auf. Um 11 Uhr spielen die Schülerinnen und Schüler lyrische Orchesterstücke. Das Schulorchester wird unter anderem das „Chanson de nuit“ des britischen Komponisten Edward Elgar und den ersten Satz der 2. Symphonie von Franz Joseph Haydn spielen. Der weite Kuppelsaal des Kappellenraums ist nicht nur elegant – er verfügt auch über eine herausragende Akustik. Musik und Raum wirken zusammen und versprechen Gänsehaut.

Das Konzert unter dem Motto „Liebe, Lust, Leidenschaft“ beginnt um 11 Uhr und dauert etwa 45 Minuten. Eine telefonische Anmeldung und Kartenbestellung für die Veranstaltung ist unter 33 71 49 erforderlich. Eintritt 9,00 €

Weitere Infos >>>>>>

Archivfoto

SportKultur Kunstrundgang in Göppingen

Pressebericht

Die monatliche Exkursion führte Kunstfreunde der SportKultur Stuttgart im April nach Göppingen. Die Stadt ist bekannt für ihre vielfältigen Kunstpräsentationen im öffentlichen Raum. Organisator Hans Säuerle hatte mit der Kunsthalle Göppingen eine Tour mit drei thematisch sehr unterschiedlichen Anlauf- stellen vereinbart. Kai Bleifuß vom Göppinger Kunstverein, Mitarbeiter der Kunsthalle, führte die Gruppe bei einem kurzweiligen Spaziergang zu den jeweiligen Punkten. Kompetent und kenntnisreich vermittelt er sein schier unendliches Wissen seinem interessierten Publikum.

Die erste Station war der einstige Wohnsitz einer wohlhabenden Familie. Im Jahre 1924 ließ der bekannte Industrielle Eugen Märklin für seine große Familie im Göppinger Stadtteil Hailing vom Architekten Immanuel Hohlbauch eine repräsentative Villa mit Barock und Klassizismus zitierenden Stilelementen mitsamt großzügiger Parkanlage errichten. Die Wohnungen in dem 1977 der Stadt Göppingen vermachten Anwesens werden heute dem Wunsch der früheren Besitzer entsprechend, kostengünstig an ältere Bürger der Stadt vermietet. Ein Kleinod besonderer Güte ist bis heute in dem im Bauhausstil errichteten Badehaus neben dem ehemaligen Swimming Pool, erhalten geblieben. Es zeigt ein imponierendes Wandfresko mit fünf Badenden, entworfen von Stuttgarter Maler, Bildhauer und Bühnenbildner sowie Meister am Dessauer Bauhaus, Oskar Schlemmer, der einige Jugendjahre bei einer älteren Schwester in Göppingen verbrachte. Letztlich ausgeführt hat das Werk sein Bruder Carl. Im Nationalsozialismus galt Schlemmers Kunst als entartet. Glücklicherweise blieb dieses Werk von den Bilderstürmern unbeachtet und damit von der Zerstörung verschont. Die Familie Märklin hat es anscheinend wohl zu behüten gewusst.

Ganz anderer Art ist die zweite Station der Gruppe gewesen, nämlich der angemessene Umgang mit dem Gedenken an die Gefallenen und andere Opfer des Krieges. Als Ersatz für das nach dem ersten Weltkrieg als christlich orientierte Pietà, eine trauernde Mutter mit ihrem gefallenen Sohn im Arm, ausgeführte Kriegerdenkmal, beauftragen die herrschenden Nationalsozialisten den Bildhauer Fritz Nuss mit der Schaffung einer mehr stolzen, heldenhaften Statue. Diese ist zwar bereits 1939 im heutigen Oberhofenpark aufgestellt, aber nicht mehr enthüllt worden. Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann der zweite Weltkrieg, daher war eine feierliche Denkmalsenthüllung erst nach dem erwarteten Endsieg vorgesehen. Dieser Plan scheiterte aus bekannten Gründen, daher blieben die zwei strammen Landser bis 1946 in ihrer Bretterverschalung eingehaust. Nach langen, teils  hitzig geführten Debatten über die Einordnung dieser Hinterlassenschaft des Dritten Reichs, fand sich dann 2017 eine Lösung. Auf Anregung des Göppinger Kunstvereins beschäftigte sich der Berliner Projektkünstler Nasan Tur mit dem Thema. Mit seinem Werk „Schalung“ entstand eine Art Gegenskulptur in der Form und Ausmaß des Bretterverschlags der einst die Kriegerstatue umhüllte. Der hölzerne Verschlag wurde exakt gegenüber

der steinernen Nuss-Statue platziert, die beiden Werke stehen quasi Auge in Auge zueinander. Tur thematisiert so die machtpolitische Vereinnahmung, Instrumentalisierung und Missbrauch von Kunst in autoritären Gesellschaften.

In der Mörikeanlage unmittelbar neben der aus der Epoche der Gotik entstammenden Oberhofenkirche, findet sich ein großformatiges (435x525x610cm) rostbraun-stählernes Gebilde in der Form eines menschlichen Herzens. Gestaltet hat diese Skulptur der vielseitige Offenburger Künstler Stefan Strumbel im Jahr 2015 aus wetterfestem Cortenstahl. Für Strumbel ist das kalte Herz der Ausdruck einer Gesellschaft die Habsucht und Kapital gegen die soziale Komponente des Zusammenlebens eingetauscht hat. Also eine moderne Analogie zu Wilhelm Hauffs Erzählung „Das kalte Herz“ von 1827. Das ist die Geschichte von Peter Munk, dem armen Köhlersohn aus dem Schwarzwald der aus Gier nach Geld und Anerkennung sein Herz gegen einen gefühllosen Stein eintauscht. Aus dem Hauffschen Werk rezitierte Kai Bleifuß zum Abschluss des abwechslungsreichen Kunstspaziergangs, sehr zum Gefallen seiner Zuhörer, einige entscheidende Passagen.

Text und Foto: Norbert Klotz

Am Sonntag 24. April 2022 in der Berger Kirche!

Konzertreihe Berger Kirche

?? Benefizkonzert für die Ukraine??
Die Künstler Ofer Canetti, Manuel Hofer, Jan Bjøranger und Yeijin Gil möchten das Konzert am kommenden Sonntag 24.4. um 16:30 Uhr in der Berger Kirche den Opfern des Krieges in der Ukraine widmen. Sie verzichten auf ihre Gage und spenden alle Einnahmen. Inhaltlich gibt es keine Veränderungen.
Kartenvorverkauf: www.easyticket.de

SportKultur auf Achse – Bei Helden des Südwestens in Kornwestheim

Pressebericht

Viele weltbekannte Unternehmen und Produkte haben ihren Ursprung in Deutschlands Südwesten, in BadenWürttemberg. Viele davon existieren noch heute, andere dagegen sind längst Geschichte oder zu Marken anonymer, weltweit agierender Konzerne degradiert. Die famose, noch bis 9. Oktober 2022 zu sehende Ausstellung im Museum im KleihuesBau in Kornwestheim, ruft die Firmen den Besuchern unter dem Titel „Helden des Südwestens Kultprodukte und Werbeikonen“ wieder ins Gedächtnis zurück. Durch die lebendig kuratierte Sammlung, führte sehr kompetent Saskia Dams von der Museumsleitung Kunstinteressierte der SportKultur Stuttgart.

Prominent präsentiert sind die ehem. Kornwestheimer Lokalmatadoren Salamander Schuhe und Kreidler Krafträder. Untrennbar mit Salamander sind seit 1937 Lurchi und seine Freunde verbunden. Interessant zu sehen war, wie sich die Figuren im Lauf der Jahre immer dem jeweiligen Zeitgeschmack anpassten. Mit 16 Jahren ein Kreidler Florett zu fahren war ein Traum vieler junger Männer bis weit in die 1970iger Jahre hinein. Selbstverständlich vertreten, aus Platzgründen nicht mit Originalen, sind Porsche, DaimlerBenz und ZeppelinLuftschiffe. Nicht vergessen in der Schau sind die großen Spiele und Kinderzimmerhelden wie Ravensburger, Steif, Märklin und die legendären PustefixSeifenblasen. EszetSchokolade, RitterSport und FrigeoBrause sind bis heute für Groß und Klein beliebte Süßwaren. Knorr aus Heilbronn, Hengstenberg aus Esslingen, CaroKaffee aus Ludwigsburg sind genauso vertreten, wie BirkelNudeln und BürgerMaultaschen. Ebenfalls im Südwesten beheimatet sind UhuKleber, HakleToilettenpapier, SpeickSeife, LeitzOrdner sowie Weck Gläser zum Eindünsten von Obst und Gemüse. Neben den BurdaZeitschriften sind Modehelden z.B. die kratzenden Bleyle Matrosenanzügle für die Knaben. Weibliche Familienmitglieder trugen Wäsche und Bademode aus der Trikotagenfabrik mit dem bis heute geläufigen Slogan: „Triumph krönt die Figur!“ Das Untendrunter für sie und ihn bewarb ein Wettbewerber mit dem Motto: „Schiesser ist sportlich… und deshalb trägt man SchiesserWäsche!“

Neben der räumlichen Herkunft haben alle Unternehmen weitere Gemeinsamkeiten. Viele waren, manche sind es immer noch, Marktführer und in vielen Ländern der Erde mit ihren Produkten vertreten. Mit Qualität, aber auch mit Werbesprüchen, mit der grafischen,  bildlichen Darstellung ihrer Firmen und Produkte, setzten sie Maßstäbe, die bis heute ihresgleichen suchen. LeitzOrdner ist ein Oberbegriff für alle auf dem Markt vertretenen
Ablageordner geworden. Der Begriff „Einwecken“ ist untrennbar mit den Weckgläsern verbunden. Der moderne Begriff „Marketing“ war noch unbekannt. Trotzdem hat es, jeweils im Stil der Zeit, gut gemachte Werbung und treffende Kundenansprache gegeben.
Angesichts manch hohler Werbephrasen in unserer Zeit, wahrlich echte Werbeikonen ganz ohne nostalgisch verklärtes Zurücksehnen in eine  vermeintlich bessere Zeit.


Text und Fotos: Norbert Klotz

Speed Lines – Objektkunst von Stefan Rohrer

Posted by Klaus on 29th März 2022 in Künstler/innen, Stuttgart Wangen, Vereine und Gruppen

Pressemeldung

Farbenfrohe Skulpturen des in den Stuttgarter Wagenhallen tätigen Künstlers Stefan Rohrer sind noch bis 24. April im Museum im Kleihues-Bau in Kornwestheim zu bewundern.

Kunstinteressierte der SportKultur Stuttgart waren dort und haben die einzigartigen Objekte bewundert. Rohrers Material sind Autokarosserien, Motorroller und Modellautos. Meist im Stil von Comics grotesk geformt, stets dynamisch hochglänzend mit dem Eindruck von hohem Tempo. Das wickelt sich eine Vespa um eine Laterne, da hat ein Porsche eine mehrere Meter lange Schnauze, einen knalligen Außensitzplatz und die Räder zeigen voraus. Was vordergründig humorvoll zu sein scheint wandelt sich in den Wandreliefs ins Gegenteil. Der Mythos zeigt seine Schattenseiten. Die Freude an der Geschwindigkeit vergeht, der Schrecken übernimmt die Geschichte, die Insassen werden regelrecht aus dem Fahrzeug katapultiert. Rohrer hat nicht die Absicht zur Vorsicht zu mahnen und mit dem Zeigefinger zu fuchteln. Er zeigt nur auf, wie schnell aus Spaß das Gegenteil werden kann.

Ein zweiter Bericht über das eigentliche Ziel folgt demnächst.

Fotos und Text Norbert

Beste Grüße

Norbert Klotz

Kammermusik mit dem Trio AVIVA 02.04.2022

Pressemitteilung

Samstag, 02.04.2022, 17:00 Uhr – 18:00 Uhr,
Ev. Gemeindehaus Wangen

Schon mehrfach war das Klaviertrio AVIVA mit Mechthild Dieterich – Violine, Gertrud Dieterich – Violoncello und Miki Futamura am Flügel im Wangener Gemeindehaus (Ulmer Str. 347A) zu Gast. Jedes Mal wusste das Trio sein Publikum zu bezaubern.

In diesem Jahr stehen folgende Werke auf dem Programm:
Joseph Haydn : Klaviertrio C-dur Hoboken XV-27
Johannes Brahms : Klaviertrio c-moll, op. 101
Dmitri Schostakowitsch : Klaviertrio Nr. 2, op.67

Das Klaviertrio in C-dur von Joseph Haydn zählt zu seinen bedeutendsten Werken, in dem die ganze originelle Kraft und Meisterschaft des erfahrenen Komponisten zu hören ist.
Johannes Brahms komponierte das c-moll Trio im „Kammermusiksommer“ 1886 am Thunersee. Es zählt zu den beliebtesten Kompositionen Brahms.
Das Trio Nr. 2 von Dmitri Schostakowitsch entstand 1944 in Iwanowo, wohin Schostakowitsch evakuiert wurde. Er widmete das Werk dem Gedächtnis seines Freundes Ivan Sollertinsky, dessen Tod am 11.2.44 ihn sehr erschüttert hat.

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Die Aufführung findet nach den zu diesem Zeitpunkt gültigen Coronaregeln statt.

Mit freundlichen Grüßen
Harald Krauß

Pressefoto, Veranstalter

Kunstmuseum Stuttgart ist Museum des Jahres 2021

Posted by Klaus on 15th Februar 2022 in Künstler/innen, Stuttgart

Presse LHS

Kunstmuseum

Das Kunstmuseum Stuttgart ist als Museum des Jahres 2021 ausgezeichnet worden. Die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverband AICA (Association Internationale des Critiques d‘Art) würdigte den „besonders weit gespannten Blick“ des Kunstmuseums auf die Kunstwelt.

OB Dr. Nopper äußerte sich am Montag, 14. Februar, begeistert: „Ich freue mich sehr für unser Kunstmuseum Stuttgart! Seit mehr als zehn Jahren macht Ulrike Groos als Direktorin einen herausragend guten Job für unsere Stadt.“ Sie habe das Kunstmuseum mit einem starken Ausstellungsprogramm weiter profiliert und es als städtisches Museum in die Riege der Häuser gebracht, die international beachtet werden. Nopper weiter: „Es war eine richtige Entscheidung meines Vorvorgängers Wolfgang Schuster, das Gebäude in so zentraler Lage am Schlossplatz zu errichten, mitten im Herzen unserer Stadt. Auch die Lage eines Museums ist mitentscheidend für seinen Erfolg.“

Ein Museum für die Stadt

Der Erste Bürgermeister Dr. Fabian Mayer sagte: „Das Kunstmuseum Stuttgart ist ein Museum für die ganze Stadt. Nicht nur, weil das Gebäude mit Bar und Restaurant für alle offen ist. Mich freut besonders, dass das Museum mit seinen Ausstellungen ein breites Publikum anspricht – nicht nur ein reines Kunstpublikum. Ulrike Groos hat den „Kosmos Steiner“ untersucht, das Verhältnis von Bildender Kunst und Jazz, auch ein Phänomen wie die Ekstase. Und bei alledem hat sie ein sehr gutes Gespür dafür, was ein Publikum interessiert.“ Mayer unterstrich: „Ich erinnere mich noch an die Ausstellung zu Ragnar Kjartansson, die geradezu Kultcharakter hatte. Da saßen junge Leute dicht an dicht auf dem Fußboden, um die Video-Installationen anzuschauen. Sowas muss ein Museum erstmal schaffen. Kurzum: Stuttgart ist und bleibt kulturell bundesweit an der Spitze!“

Der besonders weit gespannte Blick

In der Begründung des Verbands heißt es weiter, dass sowohl die unmittelbare Gegenwartskunst als auch die Klassische Moderne mit Werken von Otto Dix oder Willi Baumeister zu ihrem Recht kämen. Das globale Kunstgeschehen habe in dem Haus am Stuttgarter Schlossplatz ebenso eine Bühne wie das künstlerische Schaffen.

Mehr zur Geschichte des Kunstmuseums unter:

Peter Paul Rubens – Gefeierter Maler – Erfolg- reicher Geschäftsmann

Pressemeldung

„Becoming Famous“ ist der Titel der aktuellen Ausstellung mit neunzig Werken des flämischen Malers Peter Paul Rubens (*1577 Siegen – †1640 Antwerpen) in der Stuttgarter Staatsgalerie.

Was nach modernem Marketing-Sprech klingt, hat unbedingt seine Berechtigung. „Berühmt werden“ war Rubens‘ Ziel. Mit viel Energie, Leidenschaft und Können, ist er zu dem gefeierten Kunstmaler seiner Zeit aufgestiegen. Er hat die Marke „Rubens“ auf dem Kunstmarkt des Frühbarocks erfolgreich lanciert. Die Geschichte wie es dazu kam sowie die große Kunst des Meisters, erläuterte äußerst kompetent die Kunsthistorikerin Anette Ochsenwadel den Kunstfreundinnen und -freunden der SportKultur Stuttgart während einer kurzweiligen Führung durch die inspirierend kuratierte Ausstellung.

In politisch unruhigen Zeiten verlässt der aus einer angesehenen, wohlhabenden Familie stammende junge Rubens nach seiner Meisterprüfung anno 1600 Antwerpen, um in Italien die Kunst der Antike und der Renaissance zu studieren. Seine vernehme Erziehung und sein Können öffneten ihm bald die Türen zu den Palästen von bedeutenden norditalienischen Familien. Sein Mentor, der Herzog von Mantua, Vincenzo I. Gonzaga, macht ihn zu seinem Hofmaler. In seiner italienischen Zeit entstehen beeindruckende Personen- und Familienportraits in Rubens eigener, farbenprächtiger, ausdrucksstarker Bildsprache.

Nach dem Tod seiner Mutter kehrte Rubens 1608 zurück ins flämische Antwerpen. Sein Ruf als gefragter, begabter Maler war ihm bereits in die Heimat vorausgeeilt. Das politische Umfeld anfangs des 17. Jhs. war instabil und angespannt. Immer wieder flackerten Aufstände protestantischer Niederländer gegen die katholischen Habsburger Regenten auf. Trotzdem war es Rubens möglich, seine Malerei mit religiösen Motiven, Portraits oder Szenen aus der griechisch-römischen Antike, der begüterten Kundschaft der europäischen Höfe, von Adel, Klerus und dem aufstrebenden Bürgertum zu Höchstpreisen zu verkaufen. Albrecht VII. von Habsburg, Regent der Spanischen Niederlande, ernannte ihn zu seinem Hofmaler. Diese Tatsache befreite ihn vom Zwang der Zünfte. Er war daher in der Lage, so viele Schüler und Helfer in seiner Werkstatt zu beschäftigen, wie er für sein Kunstgeschäft benötigte. Oft zeichnete Rubens nur noch Vorlagen bzw. Musterblätter für Gemälde oder zog die letzten Pinselstriche und setzte die Signatur. Die Schüler schufen das eigentliche Werk. Die Preistabelle war einfach: Ein reines Schülerwerk war deutlich günstiger als ein Werk, bei dem der Maler selbst zum Pinsel griff. Je mehr Original-Rubens ein Gemälde enthielt, je mehr Dukaten war die begüterte Kundschaft dafür bereit, auf den Tisch des Meisters zu legen. Im Laufe der Jahre entstanden in der rubensschen Kunstproduktion an die 1.500 Werke, manche davon in vielfacher Ausführung. Sie nehmen heute in allen bedeutenden Museen der Welt, sehr prominente Plätze ein.

Von den Mitarbeitern der Antwerpener Werkstatt, haben zwei Maler eine eigene Künstlerkarriere gemacht. Zum einen der Portraitmaler Anthonis van Dyke, zum anderen Jan van Breughel, gen. der Blumen-Breughel, welcher wunderbare Stillleben von Blumenarrangements der Nachwelt hinterlassen hat.

Text und Fotos: Norbert Klotz

Zusatzinfo: Die Ausstellung ist noch bis 20.02.2022 in der Stuttgarter Staatsgalerie zu sehen.