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Bericht über eine Kulturausfahrt der SportKultur

Posted by Klaus on 11th September 2022 in Fotos, Künstler/innen, Stuttgart Wangen, Vereine und Gruppen

Pressemitteilung

Sammlung Würth zeigt Sport, Spaß und Spiel

Kultur gehört zur Freizeit, Freizeit ist Kultur und ist zum Ausstellungsthema in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall geworden. Von 88 Künstlern und 10 Künstlerinnen werden unter dem Titel „Sport, Spaß und Spiel“ noch bis 26. Februar im kommenden Jahr, Werke aller Genres in
dem architektonisch interessanten Ausstellungsgebäude präsentiert.

Zu den Fotos: Kunstfreunde vor Altstadtkulisse,   Veronica Solzin erläutert „Les Loisirs“ von Fernand Léger, Olympische Spiele der Antike

Eine Gruppe Kunstinteressierter der SportKultur Stuttgart ließ sich von der sehr kompetenten Kunstvermittlerin und Malerin Veronica Solzin durch die sehenswerte Ausstellung mit wissenswerten Erläuterungen des historischen Hintergrunds führen. Freie Zeit verbringen im Sinne von leichten Leben ohne Pflichten, war in der Geschichte nur einem Teil von Adel, Klerus und später dem Großbürgertum möglich. Erst etwa ab Mitte des 19. Jh. mit seinen neuen Ideen für mehr Freiheiten für breitere Bevölkerungsschichten, mit dem stetigen Erstarken der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften, war es nicht mehr nur einer gut situierten Oberschicht vergönnt, Zeit für ganz eigene Interessen und Bedürfnisse, für Sport, Spaß und Spiel zu verbringen. Bald beschäftigten sich die ersten bildenden Künstler, nicht mehr nur die der Pariser Bohème, mit der Einordnung dieser neu entstandenen gesellschaftlichen Freiräume im Leben, Verhalten und neuen Denkmustern der Menschen.

Als schönes Entrée zum Ausstellungsrundgang wählte Veronica Solzin einen aktuellen Neuzugang in die Sammlung Würth. Es ist das 1944 entstandene Werk „Les Loisirs (Die Freizeit)“ des französischen Kubisten Fernand Léger. Mit prägnanten, einfachen schwarzen Tintenstrichen brachte der Maler eine wie zu einem Gruppenfoto arrangierte Gruppe Radsportler auf weißes Papier. In späteren Jahren verwendete Léger dieses Ursprungsmotiv um farbige Varianten davon auszufertigen. Länger beschäftigte sich Gruppe mit dem Gemälde „Schulausflug“, 1910 mit Ölfarben auf Leinwand gebracht von Philipp Bauknecht. Besonders beeindruckt das Bild die Betrachter durch seine zarte Einfachheit. Eine Lehrerin mit 33 Schülern und Schülerinnen spazieren in einer langen Reihe hintereinander durch eine sonnige, sommerbunte Ebene vor einer beeindruckenden Bergkulisse. Weiter vertreten ist u.v.a. Willi Baumeister mit typisch collagenarten Werken die zurückhaltend farbig sind. Vom Grafiker Tomi Ungerer sind u.a. kleine,  skurrile Plastiken zu sehen. Nicht vergessen in der Ausstellung sind natürlich die ersten Darstellungen von Sport überhaupt. Im alten Griechenland war die Olympiade nicht nur ein sportliches, sondern bereits wie heute, ein gesellschaftliches Großereignis. Eine gut gestaltete Installation mit originalen, wertvollen Vasen aus der Antike stellt dies dem Publikum eindrucksvoll dar. Maler haben und nehmen sich selbstverständlich freie Zeit. Von dem begeisterten und brillanten Schachspieler Max Ernst wird ein von ihm entworfenes, dezent und dennoch edel gestaltetes Schachspiel mit gefälligen Figureninterpretationen gezeigt.

Beste Grüße Wängen!
Norbert Klotz

Text und Fotos: Norbert Klotz

Die Kunstfreunde der SportKultur berichten

Posted by Klaus on 19th Juli 2022 in Künstler/innen, Stuttgart Wangen, Vereine und Gruppen

Pressebericht

Kunstfreunde der SportKultur im Museum Ritter

Zwei Attraktive Ausstellungen werden noch bis zum 18. September im Waldenbucher Museum Ritter dem Publikum präsentiert. Zum einen Struktur und Wandel mit Werken von Peter Weber, zum anderen Aus Spiel wird Kunst verschiedener Künstler. Kunstinteressierte der SportKultur Stuttgart haben sich von Kunsthistorikerin Jutta Fischer durch die Ausstellungen führen lassen.

Peter Weber (Jg. 1944), gelernter Schriftsetzer und lange Zeit aktiver Jazzmusiker am Kontrabass, wollte von Beginn seiner künstlerischen Tätigkeit an, nie Subjektivität oder Impressionen zeigen, sondern stets eine geometrisch exakte, informelle Kunst schaffen. Heute ist er für seine komplexen Faltungen bekannt. Seit über dreißig Jahren faltet er Materialien wie Papier und Leinwand, aber auch Aquarellkarton, Polyäthylen und Metall zu geometrischen Strukturen. In den letzten Jahren sind kreative Faltungen in Filz zum Markenzeichen dieses von der Fachwelt als Ausnahmekünstler betitelten Meisters geworden. Die Arbeitsweise ohne ritzen oder gar schneiden des Ausgangsmaterials zur Gestaltung seiner vielschichtigen, äußerst präzise kalkulierten dreidimensionalen Strukturen aus dem schwierigen Material, hat sich Weber experimental erarbeitet. Mittlerweile sind so mehr als 1.800 beeindruckende Faltwerke entstanden. In der Schau vertreten sind ebenfalls Werke aus Webers Frühwerk und Studienzeit in Hamburg. Das sind z.B. flimmernde Bildobjekte aus buntem Riffelglas, gemalte Interferenzen die auf sich überlagernden Linienrastern beruhen und mit bemerkenswert illusionistischer Wirkung Fläche und Raum verbinden. Zu sehen sind einige seiner Werke in der Tradition von OpArt und Kinetik.

Werke verschiedener Künstler an der Schnittstelle von Spiel und Kunst sprechen den Aktions und Gestaltungswillen der Besucher an. Ein Teil der Exponate darf angefasst, umgeschichtet oder anders angeordnet werden, etwas was man in einem Museum sonst tunlichst unterlässt. Die weißen
Kartonwürfel der Installation Intervention Impact des dänischen Bildhauers Jeppe Heins (Jg. 1974) können wie Bauklötze anders sortiert und aufgebaut werden. Mit Raumkonstruktionen und Lichtskulpturen ist der Schwede Jacob Dahlgren (Jg. 1970) bekannt geworden. Sein Beitrag ist ein
begehbarer Kubus aus bunten Seidensatinbändern in dem man sich verstecken oder einfach durchgehen kann. Der vom Berliner Timm Ulrichs (Jg. 1940) gestaltete Glückswürfel ist allseitig mit sechs Augen markiert. Er kann sicher als Symbol der Absurdität des garantierten Glücksfalls angesehen werden.

Vor dem Kunstgenuss lockte erst der Kakao, der genüsslich zu erwartende zarte Schmelz der schier unendlich vorhandenen SchokoladenQuadrate in ihren fröhlich bunten Verpackungen und Darbietungsformen. Die erwarteten quälenden, ja gewissenschweren Entscheidungen welche Köstlichkeiten man mit nach Hause bringen wollte, erwiesen sich als Chimäre. Es ging unerwartet ganz fix vor sich. Schneller als gedacht waren die Einkäufe getätigt und die mitgebrachten, mit Kühlelementen bestückten Isoliertaschen, bis zum Rande prall gefüllt mit den weltbekannten Gaumenfreuden aus dem
sehenswerten schwäbischen Landstädtle Waldenbuch.


Text und Fotos: Norbert Klotz SportKultur Stuttgart

SportKultur-Einsatz beim Stuttgart-Lauf

Pressemeldung SportKultur Stuttgart

Mit 15 m³ kühlem Nass gegen die Gluthitze

Heiß war es, sehr heiß war es beim 29. Stuttgarter Stadtlauf des Württembergischen Leichtathletik Verbands (WLV). Ein Team von 28 Helferinnen und Helfern der SportKultur Stuttgart betreuten auf dem Cannstatter Wasen die Erfrischungsstation Nr. 6. In bewährter Manier sorgten sie für die willkommene Abkühlung von 6.500 durstigen und verschwitzen Teilnehmern am 10 km Lauf sowie beim Halbmarathon.

Neben den Mattenspringern waren Frauen und Männer der SportKulturAbteilungen, Badminton, Ski & Snowboard sowie Volleyball vom Schüler bis in Rentneralter vertreten. Vielfältige Aufgaben waren vom Team zu bewältigen. Bereits in aller Frühe um 6.30 Uhr waren die ersten Aktiven am Werk. Zusammen mit dem techn. Team Vom Roten Kreuz waren die notwendigen Vorarbeiten schnell erledigt. Die Wasserverteilstation war am Hydranten angeschlossen, die Schläuche durchgespült, Tische und Bänke mit Wasserwannen bereitgestellt, tausende Trinkbecher standen bereit, die erfrischende Beregnung konnte in Betrieb genommen werden, die Vorbereitung zum Anrühren eines isotonischen Kraftspenders waren abgeschlossen. Pünktlich um 8.00 Uhr war die Station einsatzbereit, das komplette Team stand parat für die Erfrischung der Läuferinnen und Läufer.

Gegen 8.30 Uhr erreichten die ersten Sportler die Station. Wie in den Vorjahren war es wieder begeisternd, mit wieviel Kraft und Energie die Rollstuhl und Handbiker ihren Halbmarathon bewältigten. Das SportKulturTeam spendete dafür besonderen Applaus und Anfeuerungsrufe.
Alle Wasserhähne waren geöffnet, die gefüllten Becher auf den Tischen zum Abgreifen verfügbar als kurz nach 9.00 Uhr die ersten Läufer ankamen. Anfangs war es noch möglich, gefüllte Becher mit der Hand entgegen zu strecken, was gerne angenommen wurde. Beim Auftauchen des Hauptfelds wurden die Becher von den Sportlern von den Tischen gegriffen, ausgetrunken oder über den verschwitzen, heißen Kopf gelehrt. Natürlich war das
SportKulturTeam mit der Zeit selbst ordentlich nass geworden, bei der Hitze kein Problem. Anfeuerungsrufe, Durchhaltewünsche, hie und da ein nettes Wort für die Läuferinnen und Läufer passten so selbstverständlich zur entspannten Atmosphäre innerhalb der gut gelaunten Gruppe. Kurz vor 12 Uhr ging das Spektakel zu Ende. Alsbald war die Station abgebaut, die Utensilien auf dem RotKreuzLKW verstaut, 15 m³ frisches Leitungswasser verbraucht.

Das abteilungsübergreifende SportKulturTeam hat einen ausgewöhnlichen Sonntag erlebt. Es zeigt beispielhaft, was mit gutem Willem gemeinsam organisiert und erfolgreich durchgeführt werden kann.


Text und Fotos: Norbert Klotz

SportKultur – Gezeichnete Geschichten in der Kunsthalle Göppingen

Posted by Klaus on 14th Mai 2022 in Künstler/innen, Stuttgart Wangen, Vereine und Gruppen

Pressebericht

Mit den Begriffen „Sprechende Bilder Graphic Novel & Comic“ ist eine aktuelle, noch bis zum 26. Juni 2022 laufende Ausstellung der städt. Kunsthalle Göppingen überschrieben. Wer jetzt meint, es geht um dabei um lustige Bilderheftchen oder Ähnliches für Kinder, irrt gewaltig.
Graphic Novels sind dem altbekannten Genre Comic durchaus nahe, die erzählten Geschichten, die Art der Darstellung sowie die Ausführung von Zeichnung und Ausdruck sind aber wesentlich komplexer. Nicht umsonst werden Graphic Novels gerne als gezeichnete Romane typisiert. Eine Gruppe Kunstinteressierte der SportKultur Stuttgart ließ sich fundiert und ausführlich den künstlerischen Kosmos der zwölf AkteurInnen der ZeichnerInnenszene aus dem deutschsprachigen Raum vom engagierten Kunsthallenmitarbeiter Kai Bleifuß erläutern, dem es sichtlich Spaß machte, sein Wissen den aufgeschlossenen Besuchern zu vermitteln.

Ein unterstützendes Vermittlungselement der Ausstellung ist ein von der Kunsthalle mit der Band BRTHR entwickelter Soundtrack. Er gibt den ausgestellten Arbeiten einen gewissen Pfiff in Form einer zweiten Erfahrungsebene, nämlich dem akustischen Zugang zu den Werken und somit zu einem sinnlichen Erleben. Zur weiteren Vertiefung des Gesehenen, hat die Stadtbücherei Göppingen eine gute sortierte Leseecke eingerichtet.

Die Göppinger Kunsthalle präsentiert sehenswerte Arbeiten unterschiedlicher künstlerischer Herangehensweisen an das Thema. Von Kati Szilágyi sind das Scherenschnitte, das Duo Sourati (Christina Laube und Mehrdad Zaeri) sowie Josephine Wolff zeigen begehbare Comicpanels, originell sind die textilen Arbeiten von Jul Gordon, von Stephanie Leinhos sind große Wandzeichnungen zu sehen. Viele der KünstlerInnen sehen sich nicht als reine ComiczeichnerInnen, die Grenze zur Kunst ist fließend, wie z.B. bei marialuisa, oder Larissa Bertonasco. In ihrem Facettenreichtum verbinden sie verschiedene Ausdrucksstrategien der bildenden Kunst.

Von Katharina Kulenkampff sind u.a. zeitgenössische Illustrationen zu der von Lewis Caroll (Autor von „Alice im Wunderland“) im Jahre 1876 veröffentlichter Nonsensballade The Hunting of the Snark An Agonie in Eight Fits, auf Deutsch Die Jagd auf den Schnatz Eine Agonie in acht Krämpfen zu sehen. Sehr zum Vergnügen seines Publikums trug Kai Bleifuß zum Abschluss der Führung und der Exkursion in die Staufferstadt, einige wunderbar schräge Passagen daraus vor, was mit freudigem Applaus bedacht wurde.


Text und Fotos: Norbert Klotz

SportKultur Kunstrundgang in Göppingen

Pressebericht

Die monatliche Exkursion führte Kunstfreunde der SportKultur Stuttgart im April nach Göppingen. Die Stadt ist bekannt für ihre vielfältigen Kunstpräsentationen im öffentlichen Raum. Organisator Hans Säuerle hatte mit der Kunsthalle Göppingen eine Tour mit drei thematisch sehr unterschiedlichen Anlauf- stellen vereinbart. Kai Bleifuß vom Göppinger Kunstverein, Mitarbeiter der Kunsthalle, führte die Gruppe bei einem kurzweiligen Spaziergang zu den jeweiligen Punkten. Kompetent und kenntnisreich vermittelt er sein schier unendliches Wissen seinem interessierten Publikum.

Die erste Station war der einstige Wohnsitz einer wohlhabenden Familie. Im Jahre 1924 ließ der bekannte Industrielle Eugen Märklin für seine große Familie im Göppinger Stadtteil Hailing vom Architekten Immanuel Hohlbauch eine repräsentative Villa mit Barock und Klassizismus zitierenden Stilelementen mitsamt großzügiger Parkanlage errichten. Die Wohnungen in dem 1977 der Stadt Göppingen vermachten Anwesens werden heute dem Wunsch der früheren Besitzer entsprechend, kostengünstig an ältere Bürger der Stadt vermietet. Ein Kleinod besonderer Güte ist bis heute in dem im Bauhausstil errichteten Badehaus neben dem ehemaligen Swimming Pool, erhalten geblieben. Es zeigt ein imponierendes Wandfresko mit fünf Badenden, entworfen von Stuttgarter Maler, Bildhauer und Bühnenbildner sowie Meister am Dessauer Bauhaus, Oskar Schlemmer, der einige Jugendjahre bei einer älteren Schwester in Göppingen verbrachte. Letztlich ausgeführt hat das Werk sein Bruder Carl. Im Nationalsozialismus galt Schlemmers Kunst als entartet. Glücklicherweise blieb dieses Werk von den Bilderstürmern unbeachtet und damit von der Zerstörung verschont. Die Familie Märklin hat es anscheinend wohl zu behüten gewusst.

Ganz anderer Art ist die zweite Station der Gruppe gewesen, nämlich der angemessene Umgang mit dem Gedenken an die Gefallenen und andere Opfer des Krieges. Als Ersatz für das nach dem ersten Weltkrieg als christlich orientierte Pietà, eine trauernde Mutter mit ihrem gefallenen Sohn im Arm, ausgeführte Kriegerdenkmal, beauftragen die herrschenden Nationalsozialisten den Bildhauer Fritz Nuss mit der Schaffung einer mehr stolzen, heldenhaften Statue. Diese ist zwar bereits 1939 im heutigen Oberhofenpark aufgestellt, aber nicht mehr enthüllt worden. Mit dem deutschen Überfall auf Polen begann der zweite Weltkrieg, daher war eine feierliche Denkmalsenthüllung erst nach dem erwarteten Endsieg vorgesehen. Dieser Plan scheiterte aus bekannten Gründen, daher blieben die zwei strammen Landser bis 1946 in ihrer Bretterverschalung eingehaust. Nach langen, teils  hitzig geführten Debatten über die Einordnung dieser Hinterlassenschaft des Dritten Reichs, fand sich dann 2017 eine Lösung. Auf Anregung des Göppinger Kunstvereins beschäftigte sich der Berliner Projektkünstler Nasan Tur mit dem Thema. Mit seinem Werk „Schalung“ entstand eine Art Gegenskulptur in der Form und Ausmaß des Bretterverschlags der einst die Kriegerstatue umhüllte. Der hölzerne Verschlag wurde exakt gegenüber

der steinernen Nuss-Statue platziert, die beiden Werke stehen quasi Auge in Auge zueinander. Tur thematisiert so die machtpolitische Vereinnahmung, Instrumentalisierung und Missbrauch von Kunst in autoritären Gesellschaften.

In der Mörikeanlage unmittelbar neben der aus der Epoche der Gotik entstammenden Oberhofenkirche, findet sich ein großformatiges (435x525x610cm) rostbraun-stählernes Gebilde in der Form eines menschlichen Herzens. Gestaltet hat diese Skulptur der vielseitige Offenburger Künstler Stefan Strumbel im Jahr 2015 aus wetterfestem Cortenstahl. Für Strumbel ist das kalte Herz der Ausdruck einer Gesellschaft die Habsucht und Kapital gegen die soziale Komponente des Zusammenlebens eingetauscht hat. Also eine moderne Analogie zu Wilhelm Hauffs Erzählung „Das kalte Herz“ von 1827. Das ist die Geschichte von Peter Munk, dem armen Köhlersohn aus dem Schwarzwald der aus Gier nach Geld und Anerkennung sein Herz gegen einen gefühllosen Stein eintauscht. Aus dem Hauffschen Werk rezitierte Kai Bleifuß zum Abschluss des abwechslungsreichen Kunstspaziergangs, sehr zum Gefallen seiner Zuhörer, einige entscheidende Passagen.

Text und Foto: Norbert Klotz

SportKultur auf Achse – Bei Helden des Südwestens in Kornwestheim

Pressebericht

Viele weltbekannte Unternehmen und Produkte haben ihren Ursprung in Deutschlands Südwesten, in BadenWürttemberg. Viele davon existieren noch heute, andere dagegen sind längst Geschichte oder zu Marken anonymer, weltweit agierender Konzerne degradiert. Die famose, noch bis 9. Oktober 2022 zu sehende Ausstellung im Museum im KleihuesBau in Kornwestheim, ruft die Firmen den Besuchern unter dem Titel „Helden des Südwestens Kultprodukte und Werbeikonen“ wieder ins Gedächtnis zurück. Durch die lebendig kuratierte Sammlung, führte sehr kompetent Saskia Dams von der Museumsleitung Kunstinteressierte der SportKultur Stuttgart.

Prominent präsentiert sind die ehem. Kornwestheimer Lokalmatadoren Salamander Schuhe und Kreidler Krafträder. Untrennbar mit Salamander sind seit 1937 Lurchi und seine Freunde verbunden. Interessant zu sehen war, wie sich die Figuren im Lauf der Jahre immer dem jeweiligen Zeitgeschmack anpassten. Mit 16 Jahren ein Kreidler Florett zu fahren war ein Traum vieler junger Männer bis weit in die 1970iger Jahre hinein. Selbstverständlich vertreten, aus Platzgründen nicht mit Originalen, sind Porsche, DaimlerBenz und ZeppelinLuftschiffe. Nicht vergessen in der Schau sind die großen Spiele und Kinderzimmerhelden wie Ravensburger, Steif, Märklin und die legendären PustefixSeifenblasen. EszetSchokolade, RitterSport und FrigeoBrause sind bis heute für Groß und Klein beliebte Süßwaren. Knorr aus Heilbronn, Hengstenberg aus Esslingen, CaroKaffee aus Ludwigsburg sind genauso vertreten, wie BirkelNudeln und BürgerMaultaschen. Ebenfalls im Südwesten beheimatet sind UhuKleber, HakleToilettenpapier, SpeickSeife, LeitzOrdner sowie Weck Gläser zum Eindünsten von Obst und Gemüse. Neben den BurdaZeitschriften sind Modehelden z.B. die kratzenden Bleyle Matrosenanzügle für die Knaben. Weibliche Familienmitglieder trugen Wäsche und Bademode aus der Trikotagenfabrik mit dem bis heute geläufigen Slogan: „Triumph krönt die Figur!“ Das Untendrunter für sie und ihn bewarb ein Wettbewerber mit dem Motto: „Schiesser ist sportlich… und deshalb trägt man SchiesserWäsche!“

Neben der räumlichen Herkunft haben alle Unternehmen weitere Gemeinsamkeiten. Viele waren, manche sind es immer noch, Marktführer und in vielen Ländern der Erde mit ihren Produkten vertreten. Mit Qualität, aber auch mit Werbesprüchen, mit der grafischen,  bildlichen Darstellung ihrer Firmen und Produkte, setzten sie Maßstäbe, die bis heute ihresgleichen suchen. LeitzOrdner ist ein Oberbegriff für alle auf dem Markt vertretenen
Ablageordner geworden. Der Begriff „Einwecken“ ist untrennbar mit den Weckgläsern verbunden. Der moderne Begriff „Marketing“ war noch unbekannt. Trotzdem hat es, jeweils im Stil der Zeit, gut gemachte Werbung und treffende Kundenansprache gegeben.
Angesichts manch hohler Werbephrasen in unserer Zeit, wahrlich echte Werbeikonen ganz ohne nostalgisch verklärtes Zurücksehnen in eine  vermeintlich bessere Zeit.


Text und Fotos: Norbert Klotz

SportKultur bei Antony Gormley Retrospektive

Posted by Klaus on 27th Dezember 2021 in Modellbahn, Stuttgart Wangen, Vereine und Gruppen

Pressebericht

Unter dem Titel „Learning to be“ ist derzeit in dem von der Schaufler Foundation getragenen Schauwerk in Sindelfingen, eine spannende Übersicht aus verschiedenen Schaffensphasen des vielfach ausgezeichneten, englischen Bildhauers Anthony Gormley zu sehen. Die Ausstellung mit den 20 Skulpturen und 35 Zeichnungen in den großzügigen, von oben belichteten Räumlichkeiten der früheren Industriehallen, hat der Künstler selbst konzipiert. Gezeigt werden Werke aus dem Bestand des Schauwerks, als auch welche aus dem Fundus des vielseitigen Künstlers selbst, die bisher nicht öffentlich präsentiert wurden.
Das zentrale künstlerische Thema Gormleys (Jhg. 1950), ist der menschliche Körper. Im Rahmen einer sehr sachkundigen Führung, brachte der angehende Kunsthistoriker Tobias Bednarz den Kunstinteressierten der SportKultur Stuttgart sehr sachkundig nahe, was der Künstler mit seinen Arbeiten vermitteln will. Gormley sagt, der Körper fungiere für ihn als „Gefäß für Empfindungen“. D.h., nicht die realistische Darstellung oder ein exaktes Abbild ist für ihn interessant, sondern die räumliche Orientierung des Menschen sowie seine Reaktion und sein Platz in der Architektur und im Raum der gestalteten Umwelt.
Als Materialien für seine Skulpturen setzt Gormley Fiberglas, Gips, Blei, Gusseisen und Edelstahl ein. Manche Werke wirken äußerst filigran, fast möchte man sie zart oder gar duftig nennen, andere dagegen sind schwer, wuchtig und mächtig.
Anfangs seines Schaffens hat sich Gormley mit Bodenskulpturen auseinandergesetzt. In Sindelfingen sind einige davon zu sehen. Beeindruckend wirkt die Bodenarbeit „Flat Tree“ von 1978. Aus den Scheiben eines einzigen Lärchenstamms ist eine Baumscheibe mit knapp sieben Metern Durchmesser ausgelegt. Die Arbeit symbolisiert Wachstum und Zeit in einer räumlichen Ausdehnung. Genauso stellt sich das bei „One Apple“ von 1982 dar. In unterschiedlichen Wachstumsstadien, in Bleigehäuse eingehüllt, liegen bei diesem Werk linear hintereinander aufgereiht, 53 Äpfel vom selben Baum auf dem Boden.
Viele Skulpturen Gormleys sind in Großbritannien und anderen Ländern, im öffentlichen Raum zu finden. Die Größte und Bekannteste davon ist die einst umstrittene, stählerne Landmarke „Angel of the North“ von 1998. Sie weist eine Höhe von 20 m und eine Spannweite von 54 m aus, das Gewicht beträgt stolze 165 Tonnen. Die riesige Skulptur, die die einst starke Industrialisierung des Landstrichs symbolisieren soll, steht nahe der Stadt Gateshead im Nordosten Englands und hat sich mittlerweile zu einer beliebten, viel besuchten und millionenfach fotografierten Attraktion entwickelt.

Text und Foto Gruppenbild der Besucher als Panorama mit den Werken „Domain XVIII“ von 2001 (links) u. „Feeding Material I“ von 2003 (rechts) : Norbert Klotz
Zusatzinfo: Im Internet – schauwerk-sindelfingen.de/de/ausstellungen/aktuelle-ausstellungen/detail_15104.html

Beste Grüße

Norbert Klotz

SportKultur Kunstfreunde in der Sammlung Domnick

Posted by Klaus on 25th Juli 2021 in Fotos, Künstler/innen, Vereine und Gruppen

Pressebericht

Nach langer, durch Corona bedingter Pause, konnten die Kunst- und Kulturfreunde der SportKultur Stuttgart endlich wieder ihrer geliebten Passion nachgehen. Erstes Ziel war die bemerkenswerte Sammlung Domnick auf der Oberensinger Höhe in Nürtingen. Vera Romeau, die Leiterin der Sammlung Domnick, erläuterte den Kunstinteressierten kurzweilig und kompetent das Leben von Gründer und Gründerin, Geschichte und Vorgeschichte der Sammlung, von Gebäude und Skulpturenpark.

Das Stuttgarter Ehepaar Ottomar und Greta Domnick, Betreiber einer Klinik für Neurologie und Psychiatrie, gehörten gleich nach dem Zweiten Weltkrieg zu den zentralen Figuren und Förderern der Kunstszene. Begeistert von der abstrakten Kunst, sammelten sie mit Leidenschaft und Engagement Werke von Baumeister, Hartung, Winter, Piene und vielen anderen. Sie organsierten alsbald Ausstellungen, hielten Vorträge und verlegten Bücher. Ottmar Domnick spielte Violoncello. Seine Liebe zur neuen Musik veranlasste ihn, Konzerte zu veranstalten. Eine weitere Begeisterung Domnicks war der experimentelle Film. Für den in Stuttgart entstandenen Film „Jonas“, einer Geschichte über Schuld, Existenzangst und Verzweiflung, wurde Domnick 1957 mit dem Bundesfilmpreis und dem Bambi ausgezeichnet. Nicht zu vergessen ist die Leidenschaft von Ottomar Domnick für schnelle Autos. Er war 1950 der erste Kunde, der von Porsche das gerade dem Markt vorgestellte Modell 356 erwarb. Foto, SportKultur Kunstfreunde mit Skulptur „Großer Samir“ von Gustav Reinhardt – 1981/82

Im Jahre 1967 ließen sich die Domnicks vom Stuttgarter Architekten Prof. Paul Stohrer, in Nürtingen ein Wohnhaus für sich und ihre Sammlung bauen. Ausstellung und Wohnung aus einem Guss. Das Betongebäude fügt sich als Kontrast zur Natur, sanft in den natürlichen Hang ein. Umgeben ist das eindrucksvolle, seit 1982 Denkmalgeschütze Gebäude, seit 1977 von einem spannend angelegten Skulpturengarten mit Metallarbeiten die Metallbildhauer in den Jahren zwischen 1960 und 1985 geschaffen haben.

Fotos, SportKultur – Wohn- und Arbeitszimmer der Domnicks, Kunst überm Küchentisch, Skulptur „Unbestimmte Linie“ von Bernar Vernet – 1985

Als Alleinerbe ihres Vermögens setzte das kinderlos gebliebene Paar, das Land Baden-Württemberg ein. In einem Erbvertrag verpflichtete sich das Land zur Einrichtung einer Stiftung zur Förderung der Kunst. Mit den Stiftungsmitteln konnte das Nürtinger Gesamtkunstwerk der Moderne Mitte der 1990-er Jahren der Öffentlichkeit zugängig gemacht werden und wird für künftige Generationen unterhalten.

Wünschen Ihnen einen entspannten Sonntag.

Norbert Klotz

Wangen beWEGt von SportKultur Stuttgart e.V.

Posted by Klaus on 18th Juni 2020 in Stuttgart, Veranstaltungen - TV - Tipps - Kuriositäten

Info

Leider können wir noch immer nicht, wie gewohnt und in vollen Umfang, sportlich für Euch da sein. Deshalb haben wir eine kleine Route für Euch zusammengestellt, die Euch mit kleinen Aufgaben und einem tollen Rätsel überrascht.

Startpunkt ist an der SKS Geschäftsstelle in der Kesselstraße. Die genaue Route sowie die Aufgabenkarte, in die Ihr das Lösungswort eintragen könnt, findet Ihr hier:

>>Route downloaden

>Aufgabenkarte downloaden

Aufgabenkarte: Auf diesem Weg verstecken sich Hinweise und Aufgaben. Findet die Hinweise und setzt den ersten Buchstaben der Lösung in die Kästchen. Seid Ihr richtig, ergibt sich ein Lösungswort (11 Buchstaben). Viel Spaß beim Raten!
>>Lösungswort: _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

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