Archive for Juni 14th, 2011

Stuttgart 21 – Baustellenfahrzeuge blockiert 14.06.2011

Posted by Klaus on 14th Juni 2011 in Stuttgart

Pressemitteilung

Stuttgart-Mitte: Am Dienstagmorgen (14.06.2011) haben sich ab 06.30 Uhr bis zu 300 Personen vor dem Baustellengelände am Grundwassermanagement an der Straße Am Schlossgarten aufgehalten.

Ein Teil von ihnen blockierte die Baustellenzufahrt. Insgesamt elf Fahrzeuge konnten nicht in das Gelände einfahren. Nach der Durchsage der Polizei blieben 112 Personen an der Zufahrt sitzen und blockierten weiter. Die 57 Männer und 55 Frauen mussten von Polizeibeamten weggetragen beziehungsweise weggeführt werden. Gegen sie wird wegen des Verdachts der Nötigung ermittelt. Zudem wurden ihnen gegenüber Platzverweise ausgesprochen.

Gegen 11.15 Uhr konnten die Baustellenfahrzeuge in die Baustelle einfahren. Bis dahin ist die Straße Am Schlossgarten für den Verkehr gesperrt worden. Auch an der Baustelle am ehemaligen Nordflügel blockierten zwischen 09.00 Uhr und 10.40 Uhr 30 Personen die dortige Zufahrt. 17 davon mussten von Polizisten weggetragen werden. Auch ihnen gegenüber wurden Platzverweise ausgesprochen.

Info: PP Stuttgart

Vor der Hacke ist es dunkel und jetzt auch noch naß

Posted by Klaus on 14th Juni 2011 in Allgemein

Bahn muss umplanen und die Bauarbeiten stoppen

Pressemitteilung des BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN IM GEMEINDERAT STUTTGART

Das Gutachten des Landesumweltministeriums stellt fest, dass die von der Bahn beantragte Erhöhung der Grundwasserentnahme zu einer Änderung des Planfeststellungsverfahrens führen muss. Logisch folgert das Gutachten, das an einen Weiterbau nicht zu denken sei, da rechtlich nicht zulässig. Eine Änderung der Planfeststellung ist vor einem Weiterbau notwendig, da die damalige Planung nicht der Realität entspricht und deutlich geändert werden muss.
Soviel zum „bestgeplantesten Projekt in der Bahn“ – jetzt ist der Bauherr Bahn in der Verantwortung, den Weiterbau zu stoppen.
Entgegen der Annahme, dass gerade im Bereich des Grundwassers, detaillierte und mit viel Expertenwissen vorbereitete Grundlagen vorhanden sind und das Grundwassermanagement auf die Realitäten vor Ort und im Untergrund abgestimmt ist, sieht die hydrogeologische Situation vor Ort im Tal des Nesenbachs anders aus. Mehr Grundwasser ist zu erwarten und die Durchlässigkeiten der einzelnen geologischen Schichten unterscheiden sich von den bisherigen Annahmen der Fachleute der Bahn.
Ein herber Schlag für die Bahn. Ist es bisher vor der Hacke schon dunkel gewesen, ist es jetzt auch noch naß.
Der Antrag zur Verdopplung der maximalen Grundwasserentnahmemenge bedeutet nicht nur eine mögliche Gefährdung der Mineralwasserströme. Er bedeutet ebenso eine noch stärkere Trockenlegung des die Tiefbahnhofbaustelle umgebenden Erdbodens.
Dies kann Schäden an vorhandenen Gebäuden, wie den beiden Staatstheatergebäuden oder dem Hauptbahnhof an sich bedeuten. Wo schwere Gebäudeteile, wie z.B. die Bühnentechnik der Theater, in bisher feuchtem Untergrund stehen, besteht die Gefahr von Senkungen der Fundamente o.ä. Wer mag hier schon ausschließen, dass die mehrmalige Staatsoper des Jahres vielleicht nicht für einige Zeit ihren Spielbetrieb
schließen muss, weil es Schäden am Gebäude geben kann.
Ebenso wie die Gefahren für das Mineralwasser im Rahmen des neuen Antrags der Bahn geprüft werden müssen, ist eine Prüfung auf die Auswirkungen auf die Fundamentierung der umgebenden Gebäude zwingend.
Wenn die Bahn ein seriöser und verantwortungsbewusster Bauherr ist, baut sie nicht weiter. Eine geltende Planfeststellung, die Grundlage für die Baustelle, gibt es seit Freitag nicht mehr.

Unterzeichnet von Peter Pätzold Werner Wölfle

Solitude – Legendäre Stuttgarter Rennstrecke 22. – 24.07.2011

Ein Bericht von Jörg Trüdinger Such & Find

Monaco, Shanghai, Monza oder Hockenheim kommen vermutlich den meisten Menschen in den Sinn, wenn man sie nach einer Formel 1 Rennstrecke fragt. Dass jemand Stuttgart als Austragungsort eines Auto- oder Motorradrennens, sogar der Königsklasse des Motorsports in den Sinn kommt, ist doch eher unwahrscheinlich. Und trotzdem, Stuttgart war mit der Solituderennstrecke über Jahrzehnte Austragungsort spektakulärer Rennen und in den Jahren 1961 bis 1964 machte sogar die Formel 1 einen Stopp in Stuttgart. Damals drehten u. a. Jack Brabham, Bruce McLaren, Jim Clark oder Lokalmatador Hans Herrmann ihre Runden auf der legendären Rennstrecke vor Stuttgarts Toren. Doch die Tage der Rennstrecke mitten durch den Wald waren schon gezählt, 1964 war das letzte Formel 1 Jahr und 1965 kamen mit Gran Tourismo, Formel V und Formel 2 Rennen letztmals Rennfahrer nach Stuttgart um ihre Runden zu drehen.

Das erste Solituderennen fand 1903 oder 1904 statt, heute geht man von 1903 aus, aber 1954 erschien noch eine Sonderausgabe der Stuttgarter Nachrichten zum 50jährigen Jubiläum. Man hatte zuerst keinen Rundkurs, sondern fuhr vom Westbahnhof ein Bergrennen bis zum Schloss Solitude. Bis zum letzten Rennen 1965 sollte die Rennstrecke noch einige Veränderungen erfahren. Gefahren wurde zuerst nur mit Motorrädern, Autos fuhren erst ab 1922. Zwischen 1908 und 1921 fanden übrigens keine Rennen statt. Mitte der 30er Jahre wurden von den Nationalsozialisten sehr viele reine Rennstrecken gebaut, denen gegenüber Kursen auf normalen Straßen der Vorzug gegeben wurde, und so fand 1937 das letzte Solituderennen vor dem II. Weltkrieg statt. 1949 war dann ein großes Sportjahr für Stuttgart, im Neckarstadion fand das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft statt und am 18. September kamen fast 300 000 Besucher zum ersten Solituderennen nach dem Kriege. Von da an waren die Auto- und Motorradrennen auf der Stuttgarter Rennstrecke eine einzige Erfolgsgeschichte bis zu ihrem jähen Ende 1965. In den 50er Jahren erreichten die Besucherzahlen rekordverdächtige Höhen von bis zu 500 000 Menschen, die Hänge an der Rennstrecke waren von Menschen gesäumt und Stuttgart selbst während der Renntage ein einziges Volksfest.

Sehr erfreulich ist es, dass sich der Verein Solitude Revival dieses wichtigen kulturellen Erbes von Stuttgart annimmt und vom 22. bis 24.7 im Rahmen des Automobilsommers mit einer großen Veranstaltung an die Rennstrecke erinnert und eine Wiedereröffnung der Rennstrecke feiert.

Weitere Infos: solitude-revival

Die Fotos sind von einem befreundeten Sammler

TV-Tipp für Finnlandfreunde von der DFG Bayern 15.06.2011

Fernsehtipp: „Die Küsten der Ostsee“ – Teil 3 zeigt eine interessante Dokumentation über Finnland am morgigen Mittwoch, 15.6., um 19.30 Uhr auf ARTE-TV

Infos unter: arte.tv/Die-Kuesten-der-Ostsee und facebook/Deutsch-Finnische-Gesellschaft-Bayern

Und hier der Filmbeitrag in voller Länge: videos.arte.tv/die_kuesten_der_ostsee_finnland

Weitere Filme zum Thema Finnland: videos.arte.tv/=Finnland