Land und Daimler verständigen sich auf wissenschaftliche Studie zur C02-Bilanz von Lang-Lkw

Posted by Klaus on 23rd März 2015 in Allgemein

Die Auswirkungen von Lang-Lkw auf den Klimaschutz sind bisher umstritten. „Ich freue mich, dass nun auf wissenschaftlicher Basis geklärt wird, ob Lang-Lkw wirklich Klimaschutz-Vorteile haben“, sagte Verkehrsminsiter Winfried Hermann.

Die Landesregierung werde beim Bund beantragen, dass drei Autobahn-Abschnitte in Baden-Württemberg in den Feldversuch mit Lang-Lkw aufgenommen werden. Das Land und Daimler haben sich außerdem darauf verständigt, die Klimabilanz der 25 Meter langen Lkw in einer gemeinsamen Studie zu untersuchen. Dabei sollen nicht nur direkte, sondern auch indirekte Effekte wie zum Beispiel die mögliche Verlagerung von Güterverkehr von der Schiene auf die Straße betrachtet werden.

„Die Entscheidung der Landesregierung, am Feldversuch teilzunehmen und damit einen wichtigen Teil der Autobahnen für den Einsatz des Lang-Lkws freizuschalten, ist ein erfreulicher erster Schritt. Wir sind zuversichtlich, dass dabei eine erhebliche Entlastung für Infrastruktur und Klima nachgewiesen werden kann, denn verlängerte Lkw sparen nach bisherigen Erkenntnissen bis zu 25 Prozent CO2 und Diesel. Viele Transportunternehmen können die Chance nutzen, Ökologie und Ökonomie auf diese Weise in Einklang zu bringen,“ sagte Dr. Wolfgang Bernhard, im Vorstand der Daimler AG verantwortlich für Lkw und Busse.

Im Feldversuch des Bundes werden rechnerische Treibstoff- und CO2-Einsparungen im Verhältnis zur beförderten Gütermenge betrachtet. Das Verkehrsministerium in Baden-Württemberg hatte bemängelt, dass eine fundierte Untersuchung zur vollständigen Klimabilanz der Lang-LKW fehle. Dies soll nun im Rahmen der neuen Untersuchung nachgeholt werden.

Bei den zu beantragenden Strecken handelt es sich um die A 81 von Würzburg kommend zwischen der bayrischen Grenze und Herrenberg, sowie die A 8 von der bayerischen Grenze bis nach Karlsruhe in Verbindung mit der Anschlussstrecke A 5 von Karlsruhe nach Rastatt. Der von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) begleitete Feldversuch soll dazu erweitert werden. Es ist die erste derartige Studie eines Ministe-riums zusammen mit einem Fahrzeughersteller überhaupt.

Der Feldversuch des Bundes läuft noch bis Ende 2016. Es haben sich nach Angaben des BMVI bislang 42 Unternehmen mit 111 Lang-Lkw bei der BASt gemeldet (Stand 09.02.2015). Die wissenschaftliche Untersuchung des Landes soll binnen eines Jahres abgeschlossen sein. Sie soll Klarheit darüber bringen, ob die Lang-Lkw einen Beitrag zur Verringerung der Treibhausgase leisten können.

Quelle, Ministerium für Verkehr und Infrastruktur

6 Responses to “Land und Daimler verständigen sich auf wissenschaftliche Studie zur C02-Bilanz von Lang-Lkw”

  1. Detlef sagt:

    Wie war in der StZ zu lesen?:
    „Es bedurfte schon der massiven Einflussnahme der Automobilwirtschaft auf den Ministerpräsidenten, dass der Verkehrsminister nun seine Blockadehaltung beim Lang-Lkw aufgibt“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann.
    – Massive Einflussnahme der Automobilwirtschaft…was soll man da noch sagen?

  2. Klaus sagt:

    Hallo Detlef,

    Geld regiert die Welt, auch bei einem grünen Minister.

  3. stratkon sagt:

    Hallo,

    das Ergebnis dieser wissenschaftlichen Studie ist doch schon heute klar – insofern wird hier versucht akademische Augenwischerei zu betreiben.

    Als Ergebnis wird dann die Erkenntnis, dass der Riesenlaster umweltfreundlicher sein müsste als ein entsprechender Elektro-LKW (???????)publiziert. Den gibt es ja nicht, aber in einer Modellrechnung geht´s schon. Aber auch die geringen Mengen an CO2 – Ausstoß sind umweltfreundlich und somit sogar Elektro-PKW´s überlegen.

    Schließlich benötigen unsere Bäume CO2 für die Photosythese und eine Verknappung des CO2-Angebotes könnte zu Mangelerscheinungen, ja so gar zu flächenartigem Baumsterben führen.

    Fazit: Die Dinger sind sind so überflüssig wie ein Kropf, werden aber ganz schön Geld in die Daimler-Kasse spülen.

    stratkon

  4. Klaus sagt:

    Zu erwähnen wäre auch noch, das zusätzliche Gewicht schädigt unsere maroden Straßen noch zusätzlich.

  5. Detlef sagt:

    Wenn ich mir so die Straßen bei uns im Enzkreis ansehe, frage ich mich, wo die Dinger eigentlich fahren könnten. Alles marode, kurvige, enge Rumpelstrecken. Bei jeder Begegnung mit so einem Monster wäre man gezwungen mit seinem PKW in den Straßengraben auszuweichen.

  6. Klaus sagt:

    Bestimmt auch interessant in den Kreisverkehren, denke da an Renningen 😉

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