Vom Scenario zum urbanen Wohnen am Killesberg

Posted by Klaus on 6th Mai 2012 in Allgemein, Fotos, Stuttgart

Antrag vom 04.05.2012, Stadträtinnen/Stadträte – Fraktion Bündnis 90 / DIE GRÜNEN

Sechs Jahre nach den ersten Planungen für die „Fashion Mall“ auf dem ehemaligen Messeparkplatz stellen sich die Rahmenbedingungen heute mittlerweile grundlegend anders dar.
Die Grüne Fraktion hatte stets Zweifel, ob sich die Planungen für eine Modemeile fernab der City auf dem Killesberg wirklich realisieren lassen würden und drang bereits 2006 darauf, an diesem Ort besonders sorgfältig und vorsichtig zu planen. Der Verkauf der Grundstücke an den Investor wurde daher auch so lange ausgeschlossen, bis 60 Prozent der erforderlichen Mieter nachgewiesen werden könnten. Weil das „Scenario“-Konzept nicht aufging, wurde die
Entwicklung des wertvollen Gebiets all zu lange blockiert.
Der Investor ist mittlerweile mit den Gegebenheiten auf dem Killesberg gut vertraut, er hat sich den Diskussionen der Anwohner gestellt, hat auf die sich ändernden Bedingungen flexibel reagiert und realisiert auch über der Straße „Am Kochenhof“ einen anspruchsvollen Wohnungsbau. Nach der Aufgabe des „Scenario“-Konzepts halten wir es aber für unabdingbar, nochmals über die Entwicklung und Nutzung einer Fläche nachzudenken, die sich in bester Lage auf dem Killesberg in unmittelbarer Nachbarschaft zur historisch bedeutsamen Weißenhofsiedlung höchsten Qualitätskriterien stellen muss.
„Urbanes Wohnen“ ist für uns an dieser durch den ÖPNV bestens angeschlossenen und mit Stadtinfrastruktur gut ausgestatteten Lage tatsächlich die beste Option. Die große Nachfrage nach Flächen für Baugemeinschaften am benachbarten Adolf-Fremd-Weg hat gezeigt, wie stark gerade junge Familien Stadtwohnungen nach fragen. Zudem greift auf den städtischen Grundstücken das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell SIM, wodurch dringend benötigter,
bezahlbarer und familiengerechter Wohnraum geschaffen wird.
Bürgerbeteiligungsprozesse haben in der Entwicklung verschiedener Flächen zu besseren und höherwertigeren Lösungen geführt. Daher halten wir auch für das Gebiet vor der Roten Wand die Mitsprache engagierter Bürgerinnen und Bürgern für richtig. Gestalterische Aufmerksamkeit sollte hierbei der Platz an der Brenz-Kirche und der Übergang zum Naturdenkmal Rote Wand erfahren.

Wir beantragen:
1. Eine Planungswerkstatt erarbeitet zügig Kriterien und Ideen für die weitere Entwicklung des Grundstücks auf folgenden Grundlagen: – Es wird eine Quote von bis zu 50 Prozent für den geförderten Wohnungsbau angestrebt.
– Ein Teil der Flächen wird für Baugemeinschaften entwickelt.
– Der vorhandene Baumbestand entlang der Stresemannstraße ist in die Planungen einzubeziehen und soweit wie möglich zu erhalten.
– Die vorliegende Gesamtplanung von Prof. Pesch findet Berücksichtigung.

2. Die Fläche des ehemaligen Parkplatzes am Killesberg, die für das „Scenario“ vorgesehen war, wird zum Verkauf ausgeschrieben. Der Käufer verpflichtet sich zur Durchführung
eines Gutachterverfahrens, in dem die in der Planungswerkstatt erarbeiteten Kriterien Berücksichtigung finden.

Unterzeichnet:
Michael Kienzle und Silvia Fischer

Fotos, Sabine

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