Archive for August 21st, 2019

Ortsmuseum in Rotenberg geöffnet am So 1.9.2019 von 14-16 Uhr

Am Sonntag dem 1.September öffnet das Ortsmuseum Untertürkheim/Rotenberg im Alten Schulhaus in der Württembergstraße 312 von 14 bis 16 Uhr wieder seine Türen für interessierte Besucher.
„Vier von hier“ ist in diesem Jahr Thema der Sonderausstellung des Bürgervereins, die sich vier Persönlichkeiten widmet, die prägende Spuren in Untertürkheim hinterlassen haben. Ganz besonders im Fokus steht dabei der Schriftsteller, Literaturtheoretiker, Freidenker und Vorkämpfer der erwachenden Arbeiter- und Sozialistenbewegung Albert Dulk, dessen 200. Geburtstag in diesem Jahr mit der Verleihung des mit 3.000 Euro dotierten Albert Dulk-Preises am 15. November besondere Würdigung erfährt. Dieser vom Untertürkheimer Kulturhausverein, dem Bürgerverein sowie den Naturfreunden Untertürkheim/Luginsland gemeinsam gestiftete Preis würdigt 2019 mit Peter Grohmann einen Mann, der ähnlich wie der Namensgeber des Preises, sich in Kunst, Kultur und Sozialleben engagiert.

Bei den drei anderen Persönlichkeiten des Ausstellungs-Quartetts handelt es sich um den Pfarrer, Musikfachmann und engagierten Rotenberger Initiator Alexander Beutter, dem erfolgreichen letzten Schultheißen der noch selbstständigen Gemeinde Untertürkheim Eduard Fiechtner, sowie Carl Schmauk, der als Maler und Illustrator zahlreiche Porträt- und Landschaftsbilder hinterließ.

Neben den jährlich wechselnden Schwerpunktthemen bilden die Exponate der heimatgeschichtlichen Dauerausstellung des Bürgervereins traditionell die Basis des Ortsmuseums, das – wie immer – zum kostenlosen Besuch einlädt.

Weiterführende Infos unter www.bv-untertuerkheim.de

Plakat,Bürgerverein Untertürkheim e.V.

Foto, Blogarchiv

Am 8. September: Seilbahn macht mit beim Tag des offenen Denkmals

Info, SSB

„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ lautet das diesjährige Motto beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September. Das klingt fast wie gemünzt auf die Heslach-Degerlocher Seilbahn der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB): Die war zwar anno 1914 im schönsten Jugendstil geplant worden, mit türmchengeschmückten Stationsgebäuden und dekorativ verzierten Wagen, um der Wohlhabenheit, wirtschaftlichen und gestalterischen Potenz der Landeshauptstadt sichtbaren Ausdruck zu geben. Doch der Erste Weltkrieg machte dem Bau zunächst den Garaus. Erst 15 Jahre und unzählige Planungsvarianten weiter kam die kleine Schienenseilbahn dann im Jahr 1929 doch noch endlich aufs Gleis: nunmehr schlicht, bescheiden und unauffällig, mit möglichst kurzer Streckenlänge und geringstem Eingriff ins Gelände. Nicht nur die reine Funktion bei geringsten Kosten hatte nun Vorrang – der vollzogene gesellschaftliche Wandel und die wirtschaftliche Not während und nach dem Krieg legte es nun einer Kommune nahe, bei öffentlichen Bauten gezielt Zurückhaltung zu zeigen. Schließlich war der nüchterne, rationelle, zeitlose Baustil, dennoch nicht ohne Eleganz, bereits zum Markenzeichen dieser neuen Epoche geworden.

Doch der zweite große Umbruch in der Chronik der steilen Stuttgarter Bergbahn kam drei Generationen später, kurz nach der Jahrtausendwende: Neue Sicherheitsvorschriften drohten den Fortbestand des Seilbahnverkehrs jäh zu unterbinden. Es herrschte allgemeine Ratlosigkeit: Große technische Eingriffe, Denkmalschutz, Forstrecht und hohe Investitionen schienen sich gegenseitig auszuschließen. Dann fand ein Ingenieur aus der Schweiz überraschend doch noch eine salomonische bauliche Lösung, und so konnte ‚Stuttgart Cable Car‘, heute schon eine internationale Touristenattraktion, 2004 nach großer, aber behutsamer Sanierung wieder in Betrieb gehen.

Wie es 1929 die Planer der SSB und die Konstrukteure der Maschinenfabrik Esslingen (ME) geschafft haben, durch einen Sprung im technischen Fortschritt den Gutteil der Betriebskosten einzusparen und die Heslacher Seilbahn doch möglich zu machen, erläutert Rüdiger Walz, der Betriebsleiter, bei seinen Führungen am Tag des offenen Denkmals. Er zeigt auch, mit welchen neuen technischen Finessen es 2004 gelungen ist, dass die Bahn für das 21. Jahrhundert fit gemacht werden konnte.

Standseilbahn (Seilbahn auf Schienen) Heslach – Degerloch (Südheimer Platz – Waldfriedhof):

Technikführung (Maschinenraum in der Bergstation): am Vor- und Nachmittag in Kleingruppen etwa alle 45 Minuten, Dauer gut 30 Minuten. Auch Einzelpersonen können teilnehmen. Enger Raum, steile Treppe – griffige Schuhe sind nötig. Teilnahme nur nach Voranmeldung bei der SSB-Pressestelle unter Telefon 0711 / 7885-2686.

Bergstation | Eugen-Dolmetsch-Straße/Am Waldfriedhof 6, vor dem Haupteingang zum Waldfriedhof rechterhand.

Abfahrt | Die Heslacher Seilbahn fährt täglich, nicht nur am Denkmalstag. Alle 20 Minuten (Minute 10, 30 und 50) von 9 bis kurz vor 18 Uhr. Bei großem Andrang zusätzliche Fahrten.

Tarif | Es gilt der VVS-Tarif. Einfache Fahrt: Kurzstrecke lösen (Taste K). Wer schon eine für die Zone 1 gültige VVS-Tages- oder Zeitkarte hat, kann mit dieser auch auf der Seilbahn fahren. Ebenso gelten Regionalangebote wie das Baden-Württemberg-Ticket und das Metropolticket.

Standseilbahn
Die Wagen einer Standseilbahn stehen und fahren auf Schienen, im Gegensatz zu einer Schwebeseilbahn, deren Gondeln durch die Luft gezogen werden. Die Standseilbahn arbeitet nach dem Prinzip des gegenseitigen Gewichtsausgleichs, wie die Eimer an einem Ziehbrunnen. Sie ist daher ein sehr energieeffizientes Verkehrsmittel. Die Urform der Standseilbahn ist die schon aus dem Spätmittelalter bekannte Baustellenseilbahn, „Bremsberg“ genannt. Baden-Württemberg ist mit sieben solcher Betriebe das Land der Standseilbahnen. Nur Österreich und Schweiz haben noch mehr.

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